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Ich möchte mich an dieser Stelle auf die in Deutschland tätigen Archtop-Gitarristen beschränken. CDs die mir zugesandt werden (Kontakt), werden auch hier von mir besprochen. Link zum Künstler und ggf. Label ist selbstverständlich. Die neuesten 10, bzw. alle des aktuellen Jahres, stehen direkt auf dieser Seite, die anderen wandern ins Archiv, das natürlich für jeden zugänglich ist.
Aktuelle CDs Archiv CD des Jahres eigene CDs von Archtop Germany
Helmut Nieberle & Cordes Sauvages Swing 2010 bobtale 2010 Helmut Nieberle-g, Stephan Holstein-cl, Ferry Baierl-g, Wolfgang Kriener-b, Scotty Gottwald-dr. Was Nieberle & Freunde musikalisch hier geschaffen haben, ist ausgesprochen hörenswert. Die ganze CD hat eine wunderbar relaxte Balance und Klarheit (wie das bei HN meistens der Fall ist) und ist athmosphärisch dicht und spritzig wie guter Champagner. Die CD enthält hauptsächlich Stücke von Nieberle und von Reinhardt, dessen Kompositionen ausgesprochen gefühlvoll interpretiert wurden. Gerade Nieberle spielt wieder einmal angenehm unspektakulär und mit großer harmonischer Raffinesse. Ein Hochgeuss auf der CD ist auch noch der von Nieberle solo gespielte “September Song”. Klasse auch die Interpretation von “Django”
Philipp Stauber Quintett Foolish Hearts Jardis 2010 Philipp Stauber-g, Henning Sieverts-b, Till martin-sax, Bastian Jütte-dr, Jan Eschke-p. Meisterlich, wunderbar, phantastisch... so könnte man weiter schwelgen beim Hören dieser CD. Was Stauber da mit seinem Quintett eingespielt hat, fußt in der Tradition der alten Meister, hat Blue-Note-Feeling, ist aber deutlich geprägt von der mittlerweilen unverwechselbaren musikalischen Handschrift Staubers. Alex Schmitz nennt ihn einen “wunderbar stilvollen König der Phrasierung” (hier) und er hat recht! Außerdem ist er aber auch ein Excellenter Bandleader, Arrangeur und Komponist. Die live eingespielten Takes sind first takes und strotzen nur so von bester musikalischer Kommunikation. Anspieltip: Alle!
Paulo Morello - Vivian de Farias Live Moba 2010 Viviane de Farias-voc, Paulo Morello-g, Kim Barth-sax, fl, Tizian Jost-p, Dudu Penz-b, Mauro Martins-dr. Die CD geht gleich beim ersten Stück richtig ab. Samba 2 aus der Feder von Paulo Morello ist ein furioses Instrumental zum einstimmen... Dann kommt die grandiose Vivian de Farias mit ihrer fantastischen Stimme und die CD bekommt bodenhaftung. Wer das Glück hatte, sie einmal live zu erleben, weiß welche Präsenz sie auf der Bühne hat und spürt dies auch auf diesen Aufnahmen. Morellos Virtuosität kommt auf einer Live-CD deutlich rüber, das macht richtig Spaß, Barth’s Solo in Abre Alas ist einfach ein Hammer. Anspieltip: Eine Wahnsinns-Version von “Over the rainbow”.
Manfred Junker’s Journey Departure factoryoutlet 2010 Manfred Junker-g, Arne Huber-b, Matthias Daneck-dr. Druckvoller und kräftiger, das ist gleich der erste Eindruck beim Anhören von Junker’s neuem Trio. Weniger lyrisch und boppiger. Wie man dazu steht, ist erst mal egal, es tut dem Image von Manfred Junker auf jeden Fall gut, nach mehreren eher ruhigen CDs nun etwas Lebhafteres zu veröffentlichen… und das kann er sehr gut! Dabei bleibt Junker seinem Konzept aus einer Titelmischung von Standards, Eigenkompositionen und verjazzten Popsongs treu; gerade letztere mit Überraschungsfaktor. Es eine erfrischend und sehr intelligent eingespielte Trio-CD, in die man auf jeden Fall mal reinhören sollte…
Hub Hildenbrand Trio News from afar earslovemusic 2009 Hub Hildenbrand-g, Dirk Strakhof-b, Denis Stilke-dr. Hub Hildenbrands neues Werk schließt stilistisch an sein Vorgängeralbum “Heimat” an und führt es konzeptionell weiter. So ist auch “News from afar” ein mit orientalischen Zutaten durchzogenes Werk, die sich mit dem Jazz zu einer spannenden und feinsinnigen Musik verbinden. Ein ausgesprocenes Lob an die Abteilung Komposition und Arrangement! Der Leader selbst glänzt weiterhin mit intellegenter Gitarristik, die er nicht nur auf der Archtop, sondern auch auf zwei bundlosen Gitarren zeigt. Man hört in seinem Spiel und auch in seinen Kompositionen viel Leidenschaft... Leidenschaft zur Musik, wo immer sie auch herkommt. Für Freunde von neuen Horizonten ein Muss!
Christian Hassenstein conversations nrw 2009 Christian Hassenstein- g, David Friesen-b, Joost Lijbaart, dr. Keine Frage, das ist Musik auf höchstem Niveau, Musik zum Zuhören und zum entdecken. Christian Hassenstein nimmt uns auf dieser CD mit auf seine Reise ins Land der sanften Töne, spielt dabei mit warmem Ton auf einem außerordentlich hohen Niveau jenseits aller Virtuosität und mit großem harmonischen Background. Dabei ist es nahezu unmöglich, sein Spiel in eine Schublade zu stecken um es in Worten zu veranschaulichen. Wer sich schon einmal ein wenig mit David Friesen beschäftigt hat, weiß so ungefähr, wohin diese Reise führt. Alles in allem eine sehr interessante CD, die ein genaues Hineinhören verdient
Thorsten Klentze Quartett You have been herre before konnex 2009 Thorsten klentze-g, Roger Janotta-sax, fl, Jost H. Hecker-cello, Sascha Gotowtschikow. You have been here before zeigt eine konsequente Weiterentwicklung Klentzes, vor allem in den Bereichen Komposition und Arrangement. Hier findet der geneigte Hörer jede Menge Interessantes,jenseits ausgetretener Pfade. Besonders bemerkenswert: Das Arrangement von Aria Cantilena (Villa Lobos) und das “neue” Thema, das Klentze über das Präludium von J.S. Bach geschrieben hat. Das Quartett versteht es dabei immer die Spannungsbögen sehr dicht zu halten. Sehr gut!. Kleine Wermutstropfen sind für mich die von Torsten gesungenen Stücke, die mich leider genau so ratlos zurücklassen, wie meinen Freund und Kollegen Alexander Schmitz.
Dietmar Osterburg Trio Inside Out nrw 2009 Dietmar Osterburg-g, Andre Neygenfind-b, Eddie Filipp-dr. Das zweite Werk von Dietmar Osterburg schließt sich nahtlos an sein Erstlingswerk an. Der Titel “Inside out” ist dabei sehr passend zur Musik gewählt. Auffällig sind besonders die Kompositionen Osterburgs, die sehr “lebendig” und ganz und gar nicht 08/15 sind. Alle 12 Titel auf dieser CD stammen aus seiner Feder. Sein klarer Gitarrensound ist sehr angenehm, er schreckt aber auch vor angezerrten Sounds nicht zurück. Osterburgs Spiel ist virtuos, jedoch melodisch feinfühlig und akzentuiert. Im Vergleich zur ersten CD ist eine Weiterentwicklung der Musik und im Spiel wahrnehmbar. Alles in allem eine Scheibe zum konzentrierten Hinhören, die solcherlei Tun auch wirklich lohnt.
Peter Autschbach Summer Breeze Acoustic Music 2009 Peter Autschbach-g, Laura Perilli-voc Die “akustische” Nylon-, Steel-, Archtop-Gitarre bis hin zur Laute hat sich Peter für seine erste Solo-CD heraugepickt. Solo - das heißt bei Peter aber nicht, dass er alle Stücke mit nur einer Gitarre bestreitet, (das gibt es natürlich auch, z.B. zwei ganz feine Archtop-Stücke) sondern er spielt auch mit sich selbst im Duo mit unterschiedlichen Gitarren oder gar mit Sängerin Laura Perilli als Gast. Peter AA auf dieser ausgesprochen kurzweiligen CD, dass er nicht nur die unterschiedlichen Gitarrentypen meisterlich beherrscht, sondern auch seine stilistische Vielfalt ist erheblich. Da steht Klassik neben Jazz und Bossa und man meint beim Hören dieser CD, das muss auch so sein. Prima!
Rue Protzer - rue de paris Trois Intuition 2009 Rue Protzer-g, Marc Johnson-b, Adam Nussbaum-dr, Thomas Rückert-p. Zum dritten Mal in Folge beschert Rue Protzer uns mit einer hochkarätig besetzten CD, die im Zeichen von Ruhe und Langsamkeit steht. Protzer bleibt seinem bisherigen Rezept auf diese Art treu. Zehn Titel sind auf dieser CD, davon zwei etwas lebendigere, fünf mit seiner Gibson gespielt, fünf mit einer klassischen Gitarre. Sein Ton und Spielgefühl erinnern weiterhin etwas an Metheny, auch wenn Protzer nicht “kopiert”. Neben Eigenkompositionen finden sich ruhig interpretierte Stücke wie beispielsweise “La Mer”, in dem Gastsängerin Cecil Verny brillieren darf. Besonders gelungen auch “Crystal Bells”, einer Hommage an Chet Baker mit Gast Julian Wasserfuhr.
Michael Sagmeister Trio Bouncing Around Acoustic Music 2009 Michael Sagmeister-g, Martin Gjakonowski-b, Michael Küttner-dr. Einfach großartig - das ist ein deutliches Prädikat für diese tolle CD. Sagmeister knüpft nach enigen moderneren Einspielungen stilistisch an seine 2001 erschiene CD “Straight Ahead” an. Für mich von jeher eine seiner besten Veröffentlichungen. “Bouncing Around” ist Bebop, modern gespielt von einem sehr gut aufgelegten Trio mit einem brillianten Leader. Sagmeisters Spiel ist nach wie vor ausgesprochen virtuos, nur dass seine Virtuosität nicht (wie manchmal früher ) zu sehr im Vordergrund steht. Er ist “musikalischer” geworden, der Michael. Und das macht diese CD zu einem Genuss an Jazzgitarre. Ein Trio - frisch und tänzerisch leicht trotz schwierigem Material. (ap)
Archiv
hier finden sich rund 150 CDs deutscher Archtop-Spieler. Alphabetisch sortiert.
Folgende Labels bringen nahezu ausschließlich Gitarrenjazz und viele Archtop-Player:
Jardis
Das feine Label des Jazz - Gitarristen Heiner Franz. Hier findet man erstklassige Jazz - Gitarren - CDs und mehr. U.a. Heiner Franz, Lorenzo Petrocca, Thomas Brendgens-Mönkemeier. Auch viele weitere internationale Künstler wie Peter Bernstein, Louis Steward, Peter Leitch, John Pisano... Ein ausgesprochen guter Sound zeichnet die Einspielungen des Labels aus.
Acoustic Music Records
Acoustic Music Records ist ein spezielles Label, das sich u.a. sehr stark mit Gitarrenmusik befasst. Deutsche Archtop Spieler wie Michael Sagmeister, Frank Haunschild, Armin Heitz, Peter Autschbach... haben CDs auf diesem Label veröffentlicht. Auch internationale Stars wie Atilla Zoller, Larry Coryell, Mundell Lowe... sind hier vertreten. Die Qualität ist absolut gut.
factoryoutlet records
Gitarrenjazz-Orientiertes Stuttgarter Label, auf dem u.a. Thomas Horstmann, Manfred Junker, Gary Hagberg, u.a. vertreten sind. Archtop-Germany wird in Kooperation mit factoryoutlet-records einen Archtop-Sampler herausbringen.
bobtale records
Hier findet man nahezu ausschließlich Gitarrenjazz. Bob Rückert´s Label präsentiert u.a. Helmut Nieberle, Jim Mullen, Yankee Meier, Michael Arlt und natürlich Bob Rückerl selbst.
Nagel-Heyer
Nagel-Heyer bietet u.a. auch einige gitarrenlastige CDs. Z.B. Joachim Schönecker, Karl Schloz...
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