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Archtop-Germany Testberichte
Es ist ein merklicher Trend festzustellen, kleinere Archtops als 16’’ zu bauen/bestellen. Dies wurde beim letzten “German Archtop Meeting” ausgesprochen deutlich. Unter anderem hatte auch Michael Brey einen solchen Winzling dabei, den er mir für einen Test ein paar Tage zur Verfügung gestellt hat. Gewöhnungsbedürftig ist eine solch kleine Archtop schon, vor allem, wenn man ansonsten eher 18’’ und 17’’ Gitarren gewöhnt ist und dazu auch noch selbst eher recht kräftig gebaut ist. Vor dem Spiegel sah die Gitarre an mir auch wirlich sehr zierlich aus, aber dies wird natürlich weder dem Instrument noch einem anderen potentiellen Spieler gerecht, vor allem wenn man den oben angedeuteten Trend berücksichtigt. Aber von vorne: Michael Brey baut mittlerweile seit rund 15 Jahren Gitarren und hat sich auf Archtops und klassische Gitarren spezialisiert. Er fertigt nach individuellen Wünschen seiner Kunden und nutzt ausschließlich beste Materialien für den Bau seiner Gitarren. Stilistisch gesehen kann man sagen, dass Brey in der Mitte zwischen Tradition und Moderne anzusiedeln ist, die Fertigung seiner Gitarren erfolgt komplett in Handarbeit. Eine kompetente persönliche Beratung vor einem Kauf ist selbstverständlich. Eine limitierte lebenslange Garantie und eine jährliche Wartung sind im Preis inbegriffen.
So ist die Gitarre erwartungsgemäß im akustische Klangbild sehr stark in den unteren Höhen, prägnant klingend, durchsetzungsfähig mit eher schwach ausgefallenen Bässen. Elektrisch verstärkt bekommt sie über den sehr schön mit Ebenholz eingekleideten Häussel Flat Jazz ein sauber akustisches klingendes Klangbild; das ist ja auch etwas, wofür der Flat Jazz bekannt ist. Sollte man einen wärmeren Klang bevorzugen, ist anzuraten, einen anderen Pickup zu verwenden. Die Gitarre hat einen recht flachen Hals, der sofort angenehm spielbar ist. Das Ebenholzgriffbrett mit seinen sauber eingepassten Bundstäbchen ist perfekt abgerichtet und vermittelt ein gutes Feeling. Durch den Verzicht auf Bundmarkierungen im Griffbrett sieht der Hals auch sehr edel schlicht aus. Für Stimmung sorgen offene Waverly Mechaniken, die in ihrer Schlichtheit gut zur Optik der Gitarre passen und ihren Dienst ordentlich verrichten. Der zweiwegig verstellbarer Halsstab gehört bei Brey natürlich zur Standardausstattung. Fazit: Diese 15’’-Archtop macht einen sehr guten Eindruck und hat beim Spielen Spaß gemacht. Es ist meiner Meinung nach keine Archtop für das Alleinespiel, da fehlen ihr größenbedingt ein paar Frequenzen. Im Bandkontext wird sie sich jedoch ganz hervorragend durchsetzen. Außerdem ist sie natürlich aufgrund ihrer Dimensionen sehr leicht und gut transportierbar. Auf jeden Fall reiht sich Michael Brey ohne Poblem in die Riege guter Archtop-Hersteller ein. Man kann auf weitere Modelle gespannt sein. Andreas Polte im Februar 2009
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