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Archtop Germany Special Siebensaitige Archtops - ein kleiner Exkurs Geschichte und Stilbildung
Sechs Saiten auf einer Gitarre zu spielen, das war erst im 18. Jahrhundert üblicherweise von Gitarrenbauern und Spielern der Normalfall. Auch siebensaitige Gitarren sind keine Erfindung der Neuzeit, sondern finden seit etwa 150 Jahren bei einzelnen Benutzern gefallen. Es gibt sogar alte Kompositionen, die für eine siebensaitige Gitarre geschrieben wurden: Der französische Gitarrist und Komponist Napoleon Coste gehörte zu denen, die eine solche Gitarre bevorzugten. Soviel sehr vereinfacht und abgekürzt zur Geschichte. 7-saitige Archtops und Spieler
Von vielen Gitarristen wird Van Eps als einer der “Allergrößten” angesehen, der seiner Zeit vor allem harmonisch weit voraus war. Auf jeden Fall war dieser großartige Musiker der stilbildende Stammvater einer Nach George van Eps kamen wirklich viele unglaubliche Spieler, die sich mit diesem Instrument im Jazz verdient gemacht haben. Einige der berühmtesten unter ihnen waren beispielsweise: Bucky Pizarelli, Howard Alden und Ron Eschete.
Ron Escheté (gesprochen: Äschtäi), Jahrgang 1949, ist einer der “jüngeren” Gitarristen, die es zu einer wahrlichen Meisterschaft auf diesem Instrument gebracht haben. Er spielt einfach unglaublich, ein Harmoniemeister erster Güte. Hier sind es vor allem die groovenden Basslinien und die Stimmführung, die ihn zu einem
Diese vier bisher genannten dürften wohl den größten Einfluss auf diejenigen Gitarristen gehabt haben, die sich auf den sieben Saiten versucht haben. Nichtdestotrotz muss man sagen, dass die siebensaitige Archtop auch weiterhin ein mengenmäßig bescheidenes Dasein im Jazz fristet. Es ist nach wie vor etwas für Spezialisten. Es gab auch Spieler, die ihrer Gitarre eine hohe siebte Saite zugefügt sehen wollten. Als Beispiel hierfür ist Lenny Breau zu nennen. Das diese Saite sehr empfindlich sein musste, versteht sich von selbst. Natürlich gibt es eine Zahl auch weiterhin höchst nennenswerter Spieler, vor allem in den USA, aber ich möchte über einige interessante Spieler berichten, die in der deutschen Szene ihrer Berufung frönen. Die deutsche Szene
Helmut hat eine ausgezeichnete Technik, die sich mit einer sehr geschmackvollen Harmonie- und Melodieführung verbindet. Seine Beschäftigung mit Big-Band-Arrangements am Berklee-Collage in Boston, dürfte ihm den Einsatz der siebten Saite nahegelegt haben.
“... Die siebente Saite - das habe ich von Bucky Pizarelli - wird zum tiefen A gestimmt, eine Oktave unter der 5. Saite. Genau der Ton der A-Saite auf dem Bass. Das erlaubt einem, in den ganzen B-Tonarten zu spielen, As oder Es - und dabei echte Bassnoten zur Verfügung zu haben. Normalerweise ist der tiefste Ton der Gitarre ein E - spielt man also in Es, so ist der tiefste Basston beinahe eine Mit der siebten Saite kann man besser orchestrieren, ähnlich dem "drop-voicing" am Klavier. Das eignet sich hervorragend, um einen Sänger in einem Duo zu begleiten - es erweckt den Eindruck einer größeren Besetzung, als ob ein Bass dabei wäre. Das gibt dem Sänger ein angenehmeres Gefühl, er hört Bass und Akkorde. Auch beim Solospiel habe ich die Möglichkeit in einer Lage hohe und tiefe Töne zu spielen...”
“Angefangen hat es für mich ernsthaft in 2000, als ich zum ersten Mal den Gitarristen Fred Fried in Provincetown, Massachussettes, getroffen habe. Er hat mich in einer Pause zwischen seinen Sets im Club seine Stahlsaiten-Acoustic-sevenstring ausprobieren lassen und das war ein phantastisches Instrument, die Bassaite total integriert in Nachdem ich dann langsam die veränderte Lage der D- und G-Saite sortiert bekommen hatte, habe ich mich langsam hochgearbeitet, über eine Samick thinline archtop und die schon professionelle AF-207 von Ibanez, zu einem hochwertigen Topinstrument, einer 16” Joe Striebel Archtop. Die bringt nicht nur den vollen Range, bis runter zum tiefen A schön rüber, sondern stellt auch die Bewegung der inneren Stimmen sehr klar da. Das war eine Sache, für die mich Fred von Anfang an begeistert hat, der sich dabei immer wieder auf seine Lessons bei George Van Eps bezog. Nach jetzt 7 Jahren Beschäftigung mit den 7 Saiten, war es heuer natürlich ein Highlight mit Fred am Cape Cod zu spielen. Ich sollte eigentlich nur für 2 Nummern einsteigen, aber dann hat es Fred so Spaß gemacht, dass ich den ganzen Gig mit ihm gespielt habe.” Aber nicht nur Profis stellen sich der Herausforderung dieses Instrumentes. Auch Semiprofis und Amateurgitarristen mögen eine siebte Saite, so auch die Semiprofis Reinhard Lehner aus Nürnberg und Oliver Kuiper aus Oldenburg, die hier stellvertretend für alle Siebensaiter dieses Feldes erwähnt werden sollen: Reinhard Lehner: “Ich besitze seit zwei Jahren eine "Jazz Supreme 7-String" (tiefes A) von Stefan Hahl. Es ist seine erste Siebener die er gebaut hat und ich denke, sie ist ihm sehr gelungen. Vorher habe ich in Weiden (i.d.Opf.) mit einem Saxofonisten und einer Gibson ES 175 ein Duo unterhalten. Aus beruflichen Gründen bin ich seit zwei Jahren in Nürnberg und spiele hier in verschiedenen Duos und neuerdings auch solo. Das muss aber alles noch wachsen und dementsprechend gibt es noch wenig Konzerte. Da mich die letzten Jahre das Duo-Spiel besonders interessiert, war dann die CD von Terrie Richards Alden u. Howard Alden "love" ausschlaggebend.”
Wie wir dem obigen Text entnehmen konnten, bauen zumindest drei der deutschen Gitarrenbauer auf Wunsch auch siebensaitige Archtops: Stephan Hahl, Stefan Sonntag und Joe Striebel. Einige andere, wie z.B: Tom Launhardt; Henning Doderer oder Thorsten Lietz werden dies auf konkrete Anfrage hin sicher auch tun. Rechts nebenstehend seht ihr eine Sonntag J18H/7 Augusta, die Stefan Sonntag für den britischen Gitarristen Tony Marshall gebaut hat. Stefan erkärt, worauf es beim Bau einer siebensaitigen ankommt: “Konstruktionsbedingt ändere ich an den Gitarren nichts, ich verbreitere nur alle Teile, die mit den Saiten zu tun haben. Da eine 7saitige schwerer zu spielen ist, als eine 6saitige, fertige ich das Halsprofil etwas flacher. Im akustischen Spiel kann allerdings auch eine 65er Mensur die Basssaite nicht akzeptabel zum Klingen bringen. Dafür wären noch längere Mensuren nötig. Daher schlage ich eine Mensur von 63 cm vor, um die Gitarre angenehmer spielbar zu machen. Im elektrischen Spiel mit einem guten Amp verstärkt, möglichst noch mit einer zusätzlichen Bassbox, Das X-Bracing wird bei seiner 7String etwas weiter auseinandergezogen. Auch er verpasst dem Hals seiner 7-String ein flaches D-Profil, behält seinen üblichen Griffbrettradius bei und achtet vor allem auf die Griffbrettkanten (kleine Anmerkung: Das tut er sowieso immer :-) Auch Striebel betont, dass eine 7-String-Archtop nur in einer elektischen Ausführung Sinn macht, da die gute akustische Wiedergabe einer sehr dicken Basssaite jenseits normaler Mensurlängen für Gitarren liegt. Die nebenstehende Gitarre ist die von Stephan Kramer. Sie hat einen 16’’-Korpus und ein sehr elegantes Design. Der Hals ist eher einer klassischen Gitarre nachempfunden (Kundenwunsch).
Es war nicht immer so leicht wie heute, eine siebte Saite für das Instrument zu bekommen. Heute gibt es auch komplette Sätze. Folgende Hersteller bieten abgestimmte Saitensätze an: D’ Addrio, D’ Angelico, Dean Markley, DR, Earnie Ball, GHS, Hannabach, La Bella, Newtone, Sfarzo, SIT.
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