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Lorenzo Petrocca & Hary de Ville beim Gitarrenfestival in Gevelsberg 15.03.08

von Frank Fehringer

Petrocca_DeVilleAls ich von dem Termin erfuhr , war ich zunächst erstaunt , dass Lorenzo im Kreis von beinharten Notenblattlesern der Klassik-Fraktion (Hubert Käppel , Frank Gerstmeier , & Co.) spielen sollte. Die anderen Musiker dieses Trios waren mir bis dahin unbekannt. Die Atmosphäre , das Ambiente und vor allem der Sound sind natürlich schon speziell und nicht mit einem Jazz-Gig in einem Jazz-Keller zu vergleichen.

Sofort fiel mir Lorenzo ´s fantastische neuere L 5 ins Auge , aber auch Hary ´s Super 400 aus den 70 ´ern sah lecker aus. Ich fragte mich sofort , wie das wohl klingt , zwei dicke Gibson - Mamas , mit Humbuckern bestückt und dann in der Kirche !

Die Amps kann man an solch einem Ort natürlich nicht aufreissen , andererseits braucht man für einen überzeugenden , fetten Ton schon eine gewisse Lautstärke. Mit dem Kontrabass in der Mitte spielte Hary (links)über einen Carlos (Juan) Amp , Lorenzo (rechts) hatte einen Roland Jazz Chorus 50 mit 1 x 12 Speaker und Rückwand. Schon "Backstage" hörte ich natürlich deutlich die Unterschiede zwischen den beiden Musikern auf den "unplugged" gespielten Gitarren , Hary kommt eindeutig aus der Blues-Ecke.

Auch der unverstärkte Gitarrensound war völlig unterschiedlich: Lorenzo ´ s L 5 war deutlich lauter als die größere Super 400 (The Silent Giant) von Hary. In der Kirche war der Sound trotz des riesigen Kirchenhalls deutlich differenzierbar , auch der sehr souverän gespielte Kontrabass kam sehr klar und "federnd" rüber. Und auch hier war der Soundunterschied sehr deutlich: Lorenzo ´s Ton war sehr fett und rund , sehr "amtlich" in die Richtung von Wes Montgomery , während Hary ´s Super 400 über den Carlos - Amp , manchmal etwas zu leise , sehr akustisch klang , obwohl ja die "fettere" Gitarre.

Die Kombination der jeweiligen Gitarre mit dem jeweiligen Amp mag zwar auch sehr entscheidend sein , ebenso Plektrum , Kabel , etc. Was aber ganz klar rauskam - entscheidend ist der Spieler! Die beiden hätten mit Sicherheit tauschen können und trotzdem wäre jeder deutlich blind erkennbar gewesen.

Das war mir mal wieder ein Lehrbeispiel , dass die beste und teuerste Gitarre und das entsprechend angemessene Equipment relativ unwichtig ist , im Vergleich zum Spieler und seinem Spielvermögen!

Stay tuned

Frank Fehringer

 

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