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Archtop-Germany Konzerte Thomas Brendgens-Mönkemeyer zu Gast in Christian Eckerts Heidelberger Konzertreihe "Two Guitars" von Dr. Michael Herweg
Hinzu kam, dass der Gast dieses Abends offenbar großes Interesse und ebenso große Erwartungen beim Heidelberger Publikum geweckt hat. Um es gleich vorwegzunehmen: Nach zwei Stunden hochkonzentriertem Zuhören dankte das sehr sachkundige Publikum dem Duo, das an diesem Abend zum ersten Mal zusammengespielt hat, mit einem begeisterten Schlussapplaus für einen atmosphärisch stimmigen, spannenden und abwechslungsreichen Gitarrenabend auf höchstem Niveau. Gleich beim Einstieg mit "Alone together" zeigte es sich, dass Christian Eckert sich für diesen Abend eine der eigenständigsten Stimmen auf der Gitarre in Deutschland eingeladen hatte. Thomas demonstrierte von den ersten Tönen an die hohe Kunst der Begleitung, mit einem Mix aus raffinierten Akkordalterationen, schlüssigen Bassverbindungen und einfallsreichen Diskantbewegungen, den Solisten gleichermaßen stützend und herausfordernd, mit einem oft nur angedeuteten, aber immer voll gegenwärtigen Rhythmus. Im Solo deutete Thomas dann Themen und Harmonien nicht minder erfindungsreich aus, reicherte seine variantenreichen, rhythmisch akzentuierten Linien immer wieder durch überraschende Intervalle und Akkordeinschübe an. Christian Eckert gelang es wieder einmal, sich perfekt auf seinen Gast einzustellen, diesem den Raum zu geben, seinen musikalischen Charakter auszuleben. Und dennoch ist Christians eigene, oft deutlich bluesinspirierte Stimme immer präsent, ergänzt die Stimme des Gastes kongenial. Seine Begleitung ist rhythmisch und harmonisch vielgestaltig, mit perfektem Timing in allen Situationen. Und in seinen ausgedehnten Soli hat er an diesem Abend oft mächtig Gas gegeben, sehr zur Freude des Publikums. Das Duo hatte unmittelbar vor dem Konzert ein abwechslungsreiches Programm aus Balladen und Standards (My funny Valentine, Body and Soul), Blues (Kenny Burrells Togethering), Bossa (How Insensitive) und Eigenkompositionen (Evergreen, von Thomas solo dargeboten) verabredet. Die Musiker interagierten sehr eng, wechselten ständig nahtlos die Rollen zwischen Begleitung und Solo und inspirierten sich so manches Mal gegenseitig zu der einen oder anderen gewagten harmonischen und melodischen Wendung. Es gelang ihnen so, Aufmerksamkeit und Spannung bei den Zuhörern den ganzen anspruchsvollen und fordernden Abend über hochzuhalten. Auch klanglich war das Konzert ein Genuss. Der nicht allzu große Gewölbekeller bietet beste akustische Voraussetzungen für solche kammermusikalischen Begegnungen. Die ausgezeichneten akustischen Qualitäten der Instrumente - Thomas spielte seine 1959'er L7 mit nachgerüstetem Pickup und, sagen wir mal: auffälligem :-) Pickguard, Christian seine Höfner Chancellor - kamen immer perfekt neben dem verstärkten Ton zum Tragen. Vor allem Thomas konnte in dieser Umgebung ständig zwischen Fingerstyle und Plektrum wechseln, so feinste akustische Nuancen herausarbeiten und die Dynamik in beide Richtungen bestens entwickeln. Für mich war dieser Abend eindeutig ein Höhepunkt dieser tollen Konzertreihe. Demnächst haben sich wieder sehr interessante Gäste angesagt, so am 2. Mai 2008 der Komponist, Ligeti-Schüler und - zumindest für mich überraschend - auch Gitarrist Sidney Corbett sowie am 4. Juli 2008 Wesley G. Als Gitarren-Aficionado sollte man es nicht versäumen, hin und wieder mal in die Veranstaltungshinweise auf www.christianeckert.com und www.jazzhaus-hd.de zu schauen. Dr. Michael Herweg
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