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Two Guitars: Christian Eckert und Alex Jung

von Dr. Michael Herweg

Anfang Mai hatte Christian Eckert den Münchener Gitarristen Alex Jung in seine Reihe "Two Guitars" ins Jazzhaus Heidelberg eingeladen. Um es vorwegzunehmen: Dieses Aufeinandertreffen bot alles, was man sich von einem improvisierten Duo-Abend erhoffen kann.

Eckert_JungGleich das Eröffnungsstück, Oscar Pettifords 'Blues in the closet', ließ erkennen, dass sich hier zwei Musiker mit klar unterschiedenen, eigenständigen musikalischen Profilen, aber übereinstimmender Auffassung von gemeinsamem Musizieren zusammengefunden hatten. Beide waren vom ersten Ton an bestens miteinander abgestimmt, hörten einander zu und gingen aufeinander ein. In Auftreten und Spiel unprätentiös und ausgesprochen entspannt, konnte dieses Duo die Spannung den ganzen Abend über mit geschmackvoller Musikalität hochhalten, ohne an irgendeiner Stelle in die gitarristische Trickkiste greifen zu müssen.
 Jeder Ton war sinnvoll, nichts Überflüssiges
oder Wertloses dabei.

Christian und Alex beherrschen und praktizieren beide die Kunst der unterstützenden und fördernden Begleitung, die dem Solisten Raum für differenziertes und nuanciertes Spiel lässt und ihm Zeit für die Entwicklung seiner musikalischen Ideen gibt. Von sparsamen rhythmischen Einwürfen über rollenden Walking Bass, sämtliche Latin-Varianten (inklusive Reggae-Einlagen) bis hin zum energischen Strumming war alles zu hören, immer in der richtigen Mischung und Dosierung. Die Soli waren variantenreich, entwickelten sich aus den Themen und führten schlüssig wieder zu diesen zurück. Beide Musiker verstehen es, sämtliche gitarristischen Mittel für den Aufbau interessanter Improvisationen ziel- und geschmackssicher einzusetzen, wobei Alex Jung an diesem Abend häufiger für das fließend-lineare Spiel zuständig war, während Christian Eckert immer wieder seine rhythmisch akzentuierten Akkord-Ausrufezeichen setzte.

Neben Standards ('Body and soul', 'All the things you are', 'Have you met Miss Jones', 'Wave', 'Billie's bounce', 'Polka dots and moonbeams', 'Stella by starlight', 'There is no greater love' und einem herrlich zurückgelehnten 'Doxy' mit viel Luft für interessante harmonische Einwürfe) spielte das Duo mit 'Lina part 2' und 'Gather momentum' auch zwei Kompositionen von Alex Jung. Es war interessant und aufschlussreich, diese Stücke, die Alex auf seiner (im Übrigen überaus hörenswerten) letzten CD 'Love and the Inception' immerhin in Quintett-Besetzung eingespielt hat, auf den Kern reduziert zu erleben. Nur Kompositionen mit Substanz bestehen in einer so sparsamen Ausstattung. Hut ab - vor dem Komponisten, aber auch vor Christian, der es mal wieder geschafft hat, sich in kürzester Zeit, vermutlich sogar mehr oder weniger spontan, in zwei doch recht komplexe Fremdkompositionen einzufinden.

'Steeplechase' als Zugabe rundete einen perfekten Abend ab. Macht's bald noch einmal!

Dr. Michael Herweg

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