Archtop-Germany  Konzerte

Archtop Meeting Germany 28.10.2006

 

im Rahmen des Archtop-Meeting 2006 gab es neben dem Messeteil auch einen gut besuchten ausgiebigen Konzertteil, in dem Spitzengitarristen wie Heiner Franz und Peter Autschbach ihr Können an der Archtop zeigten. Aber auch während des Messeteiles sorgten einzelne Aussteller dafür, dass die Aktionsbühne mit halbstündiger anspruchsvoller Musik bestückt war. Aber nun chronologisch:

Thomas_3136

Den Beginn machte am frühen Nachmittag Thomas-Brendgens Mönkemeyer, aus Nordeutschland angereist, der in seiner halbstündigen Performance auf einer feinen Sonntag 17´´ zeigte, was ihn als Solo-Spieler ausmacht. Thomas zeigte einen gelungenen Querschnitt seines Solo-Repertoires, u.a. auch den auf dem Sampler “Solo Archtop Guitar” vertretenen Titel Special Days. Seine klarer Stil wurde durch die fein-nuancierende Sonntag-Archtop gut wiedergegeben.

 

Manfred_3180
Als zweiter folgte Manfred Junker ebenfall weit aus Süddeutschland angereist, der auf seiner eigenen neuen 16`` von Striebel, die Joe extra für Manfred angefertigt hat, seine Qualitäten zeigte. Auch Manfred zeigte ein grooviges und ansprechendes Solo-Programm, das die Zuschauer sehr begeisterte und auch er hatte ein Stück vom aktuellen Sampler dabei: My favourite things. Das Joe Striebel die 16´´ Manfred auf den Leib gebaut hat, merkte man; Er und Gitarre waren praktisch Eins; Stilistik und Übertragung eine Einheit.

TS_Lietz_Richards_Bierther_4


Jan Bierther
spielte, wie auch sein Bassist Eric Richards ein Instrument von Lietz. Die außergewöhnlichen Instrumente spiegelten sich auch im ebensolchen Vortrag der beiden Akteure wieder; ein weiteres sehr gutes Beispiel dafür, wie stimmig eine Verbindung von Gitarrist und Gitarrenbauer sein kann.

 

 

Tobias_3217

Last not least die Performance auf der Aktionsbühne von Mario Adler und Mogeli Geissler, die auf Tobias-Archtops swingten, was das Zeug hielt. Zusammen mit ihrem Bassisten Jungeli Albrecht spielten sie ein kurzweiliges und ansprechendes Zigeuner-Jazz-Programm, das keine Wünsche offen ließ. Hier war der gute kräftige Klang von Tobias Pöhlings Archtops sehr “ohrenfällig”, auch wenn sie nicht speziell für Zigeunerjazz konzipiert sind, kamen sie auch in dieser Stilistik gut.
 

Im eigentlichen Konzertteil des Abends ab 19:00 Uhr war dann naturgemäß die Erwartung noch gesteigerter, die Messlatte auch durch die hervorragenden Konzerte auf der Aktionsbühne höher gelegt.
 

Jochen_3250

Dies bekamen die Archtoper aus der Dortmund, die den Konzertteil eröffneten, auch prompt zu spüren. Das durchweg fachkundige Publikum machte es den regionalen Acts nicht ganz leicht. Trotzdem schlug sich das Trio um Jochen Schrumpf wacker und zeigte, dass man auch in Dortmund Archtops zu spielen versteht. Stücke aus verschiedenen Stilrichtungen wurden gekonnt verjazzt.

 

Peter_3259

Auch Peter Autschbach bemerkte die kompetente Anspannung des Publikums, hatte aber bereits nach dem Opener die Zuhörer komplett auf seiner Seite. Peter´s Solo-Performance mit stilübergreifendem Spielwitz, seine an Joe Pass angelehnte Spielweise und seine hohe Musikalität kamen auf der von ihm geliehenen Striebel 18´´ “Nina” hervorragend rüber. Ganz klar internationale Klasse. Auch musikalische Ausflüge in den Bereich des Rocks (The Who) oder eines Weihnachtsliedes machten seinen Auftritt zu einem kurzweiligen Elebnis.
 

Heiner_NorbertRoutinier Heiner Franz zeigte im hervorragenden Zusammenspiel mit Robert Döhring, wie meisterhaft er auf der Archtop zu Hause ist. Geschmackvolles Spiel, sichere Stilistik, akkordische Soli mit pfiffiger Stimm- führung und weit offene Ohren für das, was nebenan passiert machen ihn zu einem der besten europäischen Jazzgitarristen übehaupt. Sein Auftritt war eine echte Lehrstunde für alle anwesenden Gitarristen, und das dürften wohl 90 % der Zuhörer gewesen sein. Er muss nichts mehr beweisen, kann sich seiner Musik hingeben. Ein würdiges Konzert mit einem sehr guten Sound.

Peter_Heiner_3309Das Konzerthighlight war aber ohne Zweifel das Zusammenspiel des “alten” mit dem “jungen” Meister. Heiner Franz und Peter Autschbach zeigten hier, wiederum von Robert Döhring genial begleitet, wie gut man auch generationsübergreifend im Jazz miteinander kommunizieren kann. Peter hatte, um einen akustischen Gegenpol zu Heiners Gibson ES 175 CC zu bilden, seine Frameworks mit Nylon-Saiten mitgebracht - wirklich keine Archtop - aber eine gelungene Gitarre mit einem überzeugenden Sound und fantastischen Möglichkeiten. Die gewählten Standards gewährleisteten einen repräsentativen Querschnitt von Stilistiken und Möglichkeiten.

 

Alle Fotos auf dieser Seite, bis auf das Foto von Bierther/Richards, stammen von Stephan Neetenbeek. Das Foto von Bierther/Richards stammt von Thorsten Lietz. Die Fotos unterliegen dem Copyright der Fotografen. Für die freundliche Genehmigung der Nutzung möchte ich mich ausdrücklich und herzlich bedanken!

 

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