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Archtop-Germany Konzerte Gitarrenduo Helmut Nieberle & Helmut Kagerer
Um das Fazit vorweg zu nehmen: Wer dieses Duo noch nicht live erlebt hat, dem fehlt eines der schönsten Archtop-Konzerte, die man so erleben kann. Wartet nicht bis die Beiden zu Euch kommen; fahrt hin! Wenn das kein Anlass zum Feiern war, was dann: 20 Jahre Jazz-Club Regensburg, 20 Jahre Gitarrenduo und als Würze noch den Award im gleichen Jahr. Das lockte sogar den Bayerischen Rundfunk an... Und so war es eigentlich nicht verwunderlich, dass sich die Beiden zum Jubiläümskonzert etwas Besonderes ausgedacht hatten: Stücke aus den ersten Tagen, gemischt mit All-Time-Standards des Duos und Arrangements, die einen Tag vor dem Konzert für diesen Anlass geschrieben wurden. Es war eines der kurzweiligsten Jazz-Konzerte, die ich je erlebt habe. Allein die unglaublich dichten, interessanten und oftmals sehr schwierigen Arrangements der Stücke, die oft bis in acht Stimmen gehen, verblüffen. Die lange und auch regional nahe Zusammenarbeit der beiden ist omnipräsent, selten bekommt man solche Arrangements, gepaart mit blindem Verständnis und offenen Ohren zu hören. Wirklich Weltklasse! Interessanterweise sind heutzutage die Improvisationsanteile in den Stücken größer als früher, was ich für gut halte, denn das steigert für mich persönlich und ganz offensichtlich auch für die beiden Spieler den Spaß an der Sache. Helmut Nieberle spielt seine Sonntag-7-Sring mit solch filigraner Leichtigkeit, als wenn es gar nichts wäre. Hier noch ein “Streicheln”, da noch ein “Tapping”... Vollkommen mühelos wirken auch schwierigste Passagen mit “fingerbrechenden” Voicings. Seine Stimmführung ist absolut amtlich; sehr, sehr hörenswert seine Single-Line-Improvisationen, die er gerne auf Zitaten auf- und ausbaut, gewürzt mit cleveren Läufen, die seiner exzellenten Technik und seinem musikalischen Geschmack entsprechen. Chord-Soli sind ebenfalls eine seiner Spezialitäten: Ebenso interessant in der Stimmführung und sehr ausgefuchst. Helmut Kagerer hat viele der gleichen Qualitäten, auch seine Chord-Soli und Begleitung sind von bestechender Qualität, wenn auch eben (zum Glück) etwas anders in der Stimmführung. Sie kommen mir “amerikanischer” vor (Lieber Helmut bitte nicht mit Steinen werfen... :-) Kageres Soli sind jedoch von einer Qualität, die ihresgleichen suchen. Aufbau, Dramarturgie, Stilelemente, Harmonik... Das sind eben keine “Lines”, sondern bopige Geschichten, die virtuos umgesetzt werden. Auch bei Kagerer ist diese Virtuosität niemals Selbstzweck, sondern dient der Dramarturgie, die gerne auch im Oktavspiel ihren Focus findet, ohne aber sich Wes anzubiedern.
Im zweiten Set spielte Kagerer für drei Stücke anstelle seiner geliebten blonden L5 die 18’’ “Nina” von Joe Striebel, der auch die Archtop-Statuette für den 3. Archtop-Germany gebaut hatte. Den Anforderungen eines Awards für zwei Personen entsprechend, hat Joe Striebel den Award, der aus schönstem Riegelahorn gefertigt ist, teilbar konzipiert. Man kann ihn, wenn man will, in der Mitte auseinanderziehen... clever. Im Anschluss an das Konzert wurde noch ein wenig gefeiert, das ein oder andere Bier ging durch die Runde. Apropos Runde... das Ganze war wirklich eine “runde Sache”! siehe auch: Award-Die Begründung der Vergabe
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