Archtop-Germany Konzertberichte

Voice & Strings
Steffi Denk & Hans „Yankee“ Meier

am 24.07.11 im „Le Pirate“ in Rosenheim

Steffie_DenkNicht wenige hatten den Weg an diesem Abend in das Piratennest von Petra Miller gefunden, die mit ihrem Jazzclub in Rosenheim zwar eine der kleinsten aber auch feinsten Bühnen in Oberbayern unterhält. Zwei mal pro Woche Konzertabend: Das ist schon einen eigenen Applaus wert, vor allem wenn man bedenkt, dass das „Le Pirate“ NICHT in München, sondern in Rosenheim seinen Platz hat.

Am 24.07.11 gab es wieder mal ein besonderes Schmankerl für die heimischen Jazzfans, wobei sich das Repertoire von Steffi Denk und Hans „Yankee“ Meier nicht nur aus Jazz zusammensetzte, sondern Anleihen aus Rock, Pop und vor allem Soul machte.

Steffi Denk’s Gesang ist einfach eine Klasse für sich: Mal mädchenhaft klar und im nächsten Moment die volle Soulmama! Ob im warmen tiefen Alt-Bereich oder in den höchsten Höhen. Sie ist ein sehr hörenswertes Erlebnis.

Schöne Arrangements haben die beiden für ihre Minimalbesetzung geschrieben. So hatte niemand im Publikum das Gefühl, dass da vielleicht ein Instrument mehr besser gewesen wäre.

Hans_Yankee_MeierDies liegt natürlich in erster Linie am ausgesprochen virtuosen Spiel von Yankee Meier. Er hat wirklich richtig was auf der Pfanne: Jazzige roots von Joe Pass und weiter bis Tuck Andress-Stile, hat er stets die richtigen Grooves und Chords parat. Aber seine wahre Klasse merkt man in den Solopassagen, die er spannend zu füllen weiß. In „On Broadway“ nutzt er die Gelegenheit, ein bisschen Benson einzuschmuggeln, in „Stompin’ at the Savoy zitiert er gern Joe Pass… und so geht es den Abend kurzweilig weiter.

Besondere Schmankerl für uns eingefleischte Guitar-Freaks waren jedoch seine beiden Solo-Stücke: Yankee widmet sich dieses Themas ausgesprochen gern und legt dabei Wert darauf, Stücke auszuwählen, die man ansonsten auf der Solo-Gitarre nicht zu hören bekommt.

Das erste Stück war „Hold the line“ von Toto das zweite „Celebration“ von Kool and the Gang! Auch hier hatte man nicht das Gefühl, dass da irgendetwas fehlen könnte. Super umgesetzt und arrangiert!

Mein persönliches Highlight an diesem Abend war jedoch zum Schluss des Konzertes hin „You don’t know me“ von Ray Charles. Gänsehaut pur. So einfühlsam und feinfühlig habe ich dieses Stück noch nicht gehört.

Überhaupt war den Zuhörern bewusst, dass sich beide mit zunehmender Konzertlänge musikalisch steigerten, bis sie eben zuletzt einfach unglaublich waren.

Andreas Polte

 

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