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Archtop-Germany Portraits Frank Haunschild |
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So ganz genau weiß er noch nicht, wo die neueste Platte herauskommen wird. Die Aufnahmen sind da; noch in diesem Jahr kommt John, sein Duo-Partner, wieder nach Germany, und dann werden sie noch mehr Aufnahmen machen und dann alles, was da ist, begutachten und publikationsfertig machen. John, John Stowell. Und Frank Haunschild – Frankie & Johnny, nach dem Ritterschlag Pat Martinos für Michael Sagmeister das zweite deutsch-amerikanische Teaming-Up mit dem ganz besonderen Duft nach Adel und Klasse der jazzgitarristischen Art. Sehr wohl erschienen ist derweil ein anderes Album mit Frank, auch eine Duo-Geschichte: das zweite Album des Edel-Duos von Norbert Gottschalk und Frank Haunschild, Musik von Hand und Mund für Gesang und Trompete (Gottschalk) und diverse Gitarren. Und auch wenn auf der Scheibe "One Note Samba" overdubbed ist, für "Holiday Rain" ein Rainmaker Dienst tun muss und in "Waltz For Me" Signal-Splitting aus einer Gitarre die perfekte Illusion von zweien produziert, so ist "Bridges" ja doch ein vorzügliches Album zweier vorzüglicher Musiker unter dem raffiniert-bescheidenen Heading "Art of a Duo", eine Alter-Ego-Affäre, die landauf, landab die Kritik entzückt. Die beiden schafften "eine angenehme, swingende Atmosphäre ohne HiSpeed-Solismus beweisen zu müssen oder Joe & Ella, bzw. Tuck & Patti-Klischees zu strapazieren", hieß es 1998 in "Gitarre & Bass"; von "einem intimen Album von hoher gestalterischer Kraft" schrieb "Jazzthing" und meinte: "Manche der wirklich gelungenen Covers wie Pat Methenys >Always and Forever<, Mingus´ >Goodbye Porkpie Hat< oder gar Claptons >Tears in Heaven< klangen nie zuvor intensiver, anregender. Starke Leistung!" Und ebenfalls zum Erscheinen des CD-Debüts von Art of a Duo, "Favorite Songs" (Mons Records) befand das "Fachblatt Musik Magazin": "Hier geht's eindeutig um Musik und nicht um übertriebenen Perfektionismus. Gut, dass Jazz noch so sanft und schön klingen darf." Von "Einfach schön" über "die kunst- und geschmackvolle, kammermusikalische Präsentation einer wohldurchdachten Auswahl von Jazz- und Popsongs" und eine "reizvoll-besinnliche kammermusikalische Vorstellung" bis zu "Zwei Ausnahmemusiker", "Eine feine Studie für Scatsänger und Gitarristen" war zu lesen. Begrüßt wurde "eine intime, delikate Platte", die "nicht nur virtuos, sondern ebenso entspannt und einfühlsam" ins Ohr gehe. Haunschild sei ein "perfekter Begleiter und versierter Solist". Und in Amerikas renommiertem Magazin "Cadence" hieß es punktgenau: "This is really a duo that works as one." Live nicht anders. "Sie kultivieren die Kunst des Duos. Das ist nicht bloß eine Sache der Zweiheit. Es ist ein Geflecht aus tausend Fäden, von denen der Hörer nur wenige verfolgen kann. Und es ist eine Art Gegenbewegung: fort von der elektronisierten Lautstärke zu einer intimen, aufs äußerste personalisierten Aussage" hieß es. Andere sahen die "Kunst der Reduktion" ins Werk gesetzt. Haunschilds Kennzeichen sei ein "Individualstil von absoluter Geschmackssicherheit." Beider Musik sei "nicht aufdringlich virtuos, sondern mit entspanntem Respekt für die jeweiligen Songs". "Guter Geschmack", "Sensibilität", "einfühlsam", "höchste Vollendung" heißt es immer wieder. Das Duo beherrsche ein "an eine Jonglage erinnerndes Hin- und Herreichen der Melodien", und, last not least: "Die Seele der Jazzmusik sollte so für einen Abend wieder lebendig und durch die beiden Musiker auf beeindruckende Weise in Szene gesetzt werden." Fokus nun auf Frank Haunschild, den Gitarristen, Pädagogen und Autor, den 1953 in Bonn geborenen, in Belgien aufgewachsenen Spross einer Amerikanerin und eines Deutschen, der dreisprachig (noch mit Französisch dazu) aufwächst, seine "frühkindliche Prägung etwas undeutsch" nennt, mit zehn wieder in Deutschland ist, in der Nähe Bonns, drei jüngere Schwestern hat, das alles "nicht ganz so einfach" findet und mit 18 Lenzen das Elternhaus verlässt. "Ich musste raus". Seine erste Gitarre bekommt er neun Jahre zuvor und klassischen Unterricht gleich mit dazu. Den nimmt er bis er 16 ist. Zwei Jahre vorher hat er noch lange Haare, steht auf Beatles, Stones und Woodstock. Und entdeckt seinen ersten Akkord, a-moll, "den ganzen Camping-Akkord." Er schleppt die Gitarre ins gekachelte Bad und spielt a-moll auf einer Höfner-Konzertgitarre "mit gesperrter Decke und geschraubtem Hals". Es kommen mehr Akkorde. Und Freunde, die diese Akkorde unaufhörlich schrubbten und nicht etwa "klassisch aufbrachen". Aber Frank hält der Klassik trotzdem die Treue, schätzt weiter Villa-Lobos. Und Bach, der ihm "viel gegeben" hat. Dann ist er 16 und kauft sich in London seine erste Steelstring, eine Martin D-18, und damit "ist mit den Fingernägeln Schluss". Eine Lebens-Entscheidung, durchaus. Und er macht "immer weiter, im Grunde autodidaktisch", nährt sich von Songbooks, von Platten, von Folk, von Peter, Paul & Mary, denn "sonst gab es ja nichts". Das habe, erinnert er sich ohne Koketterie, etwas von einzelkämpferischem Durchschlagen" gehabt. Aber wie auch immer: "Die Klassik war eine tolle Basis, die Fingertechnik, die Noten". Und die "Befähigung, schon früh zu unterrichten", als Teeny den Nachbarsjungen für fünf Mark die Stunde, heute als Professor. "Seit meinem 13. Lebensjahr unterrichte ich unaufhörlich", sagt er und meint es ernst: "Ich tue das gern, weil es eine sinnvolle Tätigkeit ist, junge Menschen an die Musik heranzuführen und in deren Augen die eigenen Aha-Effekte wiederzuerkennen... Das andere ist die wirtschaftliche Notwendigkeit, obwohl man heutzutage immer noch von der Musik allein leben kann, ohne zu unterrichten." Aber schließlich habe er schon sehr früh Familie gehabt. Heute ist die Tochter 19, der Sohn 15, und beide machen aktiv Musik, wenn auch nur "zum Spaß. Sie hören beide jeden Tag Musik." Früher hat der Sohn Schlagzeug gespielt, jetzt spielt er Klavier. Das hat die Tochter früher gespielt, bevor andere Dinge wichtiger wurden – Schule, Abi, Führerschein, Tanzkurse. Also: Unterrichten. Das tut Frank Haunschild, selbst noch ein halbes Greenhorn, 1978/79 an der Musikschule der Stadt Euskirchen und 1979 in der Musikschule in St. Augustin. Das tut er, von 1986 bis 2001, an der Musikschule Bonn; das tut er seit 1988 an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln, 1997/98 an der renommierten Musikhochschule »Franz Liszt« in Weimar und seit 2000 an der Jazz & Rockschule Freiburg. Er unterrichtet Jazzgitarre, Fachdidaktik Jazz-Gitarre, Nebenfach klassische Gitarre, Nebenfach E-Bass, Jazz-Harmonielehre, Jazz-Gehörbildung, Improvisation, Ensemble-Leitung (Combo), Rhythmusgruppen-Training, Jazz-Pädagogik. Er tut es in Workshops und als Gastdozent für Berklee in Germany, die Bayerische Landesmusikakademie Hammelburg, die Musikschulen in Hannover, Magdeburg, Koblenz, Pirmasens, Kaiserslautern, Püttlingen, Garching und Saarbrücken. Er tut es beim Internationalen Pfingstseminar Koblenz, an der Landesmusikakademie NRW Heek/Nienborg, im National Guitar Summer Workshop, am Musiclab Emmendingen, an der Bundesakademie Trossingen, für ProPop des Evangelischen Jugendwerks, an der Hochschule für Musik Hannover, der Musikakademie Remscheid/NRW oder für die Bundesbegegnung Jugend Jazzt. Und er tut es ebenso in Workshops und durch Gastdozententätigkeiten im Ausland. Die International Music Seminars Antibes und Montpellier stehen ebenso auf seiner Bilanzliste wie die Taller de Musica Barcelona, die Königliche Musikhochschule Den Haag, das International Music Seminar in Montreux, die Associazione Siena Jazz, das Conservatorium Maastricht, die Musikschule Basler Land, das Estudio Sanichtiago de Compostela und das Conservatorium Amsterdam. Und die eigene Musik? Zwischen 14 und 18, sagt er, "hatte" er eine Folklore-Gruppe, "also ziemlich lange", inklusive Folkfestivals. "Ich war der Jüngste und bediente alles, was Saiten hatte und noch einiges mehr: Balalaika, Mandoline, Bouzouki, alle Gitarren, Banjo. "Und zwei Löffel. Und die Mundharmonika." Und gesungen wird da auch, mehrstimmig. "Bis heute dominiert der sensiblere Approach", summiert er das Damals und das Heute. Aber als er 17 ist, da "hatte" er, wie es sich gehört, natürlich auch seine "Garagenband" und vorm Bauch die obligatorische "Hertiecaster mit 17 Schaltern und viel Glanz. So lange noch ein Pickup funktionierte, war alles OK. Und immer volle Kanne, bis die alten Grundig-Lautsprecher ihren Geist aufgaben." Nur, der Blues komischerweise, der Blues "fiel mir nicht in den Schoß. Zwar konnte ich vorm Jazz den Blues spielen, aber verstanden hatte ich nichts. Ich wusste einfach nicht so recht, was ich da eigentlich gemacht habe. Und die Schüler fragten mich dann Sachen, die ich noch gar nicht beantworten konnte. Und da habe ich mir gesagt, mein Gott, das musst du doch alles noch lernen. Und so kam eben die Theorie zehn Jahre nach den aktiven Anfängen. Und dann hab' ich das alles gelernt. Und Akkorde hab' ich gelernt." 17 ist er also, 18, mit seiner "Hertiecaster", "aber das dauerte nicht sehr lange. Mein 19. Jahr war ziemlich entscheidend." Er nimmt weiter Gitarrenunterricht, macht sein Fachabitur mit abgeschlossener 12. Klasse: "Ich brauchte kein Vollabi, ich wollte Musik machen." Durch die Aufnahmeprüfung für das Fach Klassische Gitarre in Köln fällt er durch und gleich noch weiter nach unten, und zwar "in ein tiefes Loch". Da erwirbt er seine erste Jazzgitarre, eine Guild Artist Award, gebraucht für sehr viel Geld, genau genommen den Einsatz aller seiner Folkinstrumente und, jawohl, auch seiner Konzertgitarre: "Plötzlich hingen die Wände nicht mehr voll, sondern da hing nur noch die Guild". Aber die half ihm aus dem Loch heraus. "Und – ich hatte den Fehler gemacht, eine Jazzplatte zu hören. Einen teuren Fehler." Nicht etwa Wes hatte er gehört, sondern Pat Martino, "mit offenem Mund, völlig entgeistert". Dann las er, dass Martino extrem dicke Saiten spiele. Und verkauft seinen Speaker und erwirbt dafür einen "mit vier Zehnern, weil Martino so was auch hatte. Und 14er Saiten. Rauf auf die Guild, und alle Höhen 'raus – das war der Tod dieser Gitarre: Ich hatte den Hals so lange nachjustiert, bis die Halsverstellschraube kaputt ging." Aber seither spielt er fast nur noch Archtops, die Dicken, die Schönen. Und wenn nicht die, dann halt "Halbresonanz. Aber die machen mich nicht richtig an." Das kann man verstehen. Und dann steckt er voll im Jazz. Ein Freund, Bassist Gunnar Plümer, bringt aus Mexiko (!) das "Real Book" mit, leiht es ihm aber erst nicht, sondern erst nach zwei, drei Monaten beharrlicher Gehirnwäsche. "Dann bin ich ins Kopier-Center und habe drei Kopien gemacht und habe dann so peu à peu die gesamte Bonner Region mit weiteren Kopien abgedeckt." Frank breitet die Stücke Seite an Seite auf dem Boden aus und "entdeckt, dass die Kombination bbm7-F7-Abmaj recht häufig im Jazz auftaucht. So habe ich die II-V-I-Verbindung entdeckt – aus dem >Real Book<!" Die Changes schreibt er dann in allen zwölf Tonarten auf und entdeckt noch mehr, nämlich dass die Hälfte der Stücke diese Wechsel enthält. "So kam es, dass ich sehr schnell sehr gut begleiten konnte." Vor allem Bläser melden sich bei dem begehrten Begleiter, und so bekommt der "überall die Themen und Improvisationen mit. Ich konnte ja noch gar nicht improvisieren." Wie man das macht, wollte er wissen, wie man improvisiert. Er solle sich "einfach was Schönes vorstellen und dann einfach spielen," riet ihm ein Flötist, "aber das klappte nicht. >Du musst Akkorde auseinandernehmen und noch ein paar Töne dazuspielen<, sagte der Flötist, der ihn just damit auf die Skalen brachte. "Ich dachte und spielte viele Jahre skalisch, aber dann nur noch akkordisch. Jetzt denke ich wieder sehr stark in Melodien... Alle fünf bis zehn Jahre wechselt man die Weltanschauungen." Wie auch immer – letztlich "aus Not" sei er Theoretiker geworden. "Ich konnte ja nicht nur nicht improvisieren, ich konnte ja auch nicht hören." Also deckt er sich ein mit Literatur. Und stößt anfangs der achtziger Jahre auf "das Buch von Axel Jungbluth. Das bestätigte alles, was ich selbst erkannt hatte; bis ich entdeckte, dass Jungbluth das gar nicht alles selber herausgefunden, sondern in Berklee studiert hat." Heute ist Frank Haunschild derjenige, der seinerseits Entdeckungen anbietet: Seine "Neue Harmonielehre" (Bände 1 + 2 + Arbeitsbuch) ist ein Standardwerk an Hoch- und Musikschulen. Über 100.000 Exemplare sind von allen seinen Büchern bisher verkauft, binnen 14 Jahren des Schreibens, das begonnen hatte dank einer Freundschaft, nämlich der zu dem Pianisten Fred Bauer, der damals beim "Fachblatt Musikmagazin" war und den Gitarristen eines Tages mitnahm in die Kölner Redaktion. FBMM-Chef Horst Stachelhaus lehnte jedenfalls erst einmal ab. Gitarre sei reichlich, zuviel Leute über zuviel Gitarre. Aber über Theorie könne er, Frank, ja doch schon mal was machen. Ein Haunschild-Schüler war "Fachblatt"-Abonnent. Frank las sich durch zwei FBMM-Jahrgänge, "um meine Stilebene zu finden." In Köln war man vom Debüt-Artikel begeistert; er möge doch noch zwei schreiben. Im Heft des dritten Textes fand sich das Ergebnis einer Leserumfrage, in der 84 Prozent für seine Kolumne votierten, "weit vor allen anderen". Es gab mehr Geld für den jungen Vater. Das war 1986, "und ich schreib' noch immer auf der alten Schreibmaschine." Im FBMM war Detlev Kessler der Ressortchef für die Workshops. Kessler, Drummer auf Grönemeyers "Bochum"-Album, hatte erfolgreich vor Gericht für seinen Anteil an den Einkünften aus der Platte gestritten und von dem Geld den AMA Verlag gegründet. Sein erster Autor: Frank Haunschild. Der bekam von Kessler einen Atari "hingestellt" und ein halbes Jahr Vorgabe. Nach einem Jahr war das erste Buch fertig "und wurde ein Riesenerfolg, ganz ohne Werbung." Harmonielehre-Kolumnist fürs "Fachblatt" blieb Frank bis 1994. Sein "Workshop Gitarre" war von 1988 bis 1993 im FBMM. Für die Zeitschrift "Gitarre & Bass" schreibt er seit Ende 1994. Zurück zur Musik. Von 1981 bis 1986 studiert Haunschild an der Hochschule in Köln mit Diplom-Abschluss ("Künstlerische Reifeprüfung"): "Aber Mutter Jazz hat breite Arme" - bei Manfred Schoof macht er Free, bei Jiggs Whigham Bebop, "am nächsten Tag Dixieland". Eddy Marron ist sein Jazzgitarre-Dozent, der seines Schülers Liebe zu Wes noch intensiviert. Parallel dazu spielt Frank in einer Fusion-Band. Und versucht sich nach dem Studium "über Wasser zu halten", was dank der Kolumnen und des Buches ganz gut klappt. Dann wird er Dozent in Köln, gibt Workshops und hat eine eigene Band, Frank Haunschild and Friends. "Wir haben relativ viel gespielt, fusion-orientierten Jazz, auch Bossa, Samba – Stilmix. Da waren noch viele Einflüsse hör- und spürbar." 1996 kommt "endlich" die erste, heute leider vergriffene, Platte heraus, "Looking Forward" heißt sie optimistisch. Und seit dem Vorjahr gibt es zwei feste Duos, das erste mit Norbert Gottschalk, das zweite mit Tom van der Geld. Mit beiden kommen jeweils erste Platten heraus, 2001 gefolgt von der zweiten mit Norbert Gottschalk. Der sang und trompete übrigens schon bei Peter Herbolzheimer, Michael Mantler, Mark Murphy, John Cale, Uli Beckerhoff, Jiggs Whigham, Frank Nimsgern, Hugo Read, Wolfgang Engstfeld, Ted Rosenthal und John Goldsby; arbeitete im übrigen jahrelang mit den Kabarettisten Thomas Freitag und Richard Rogler zusammen; und kennt Jon Hendricks persönlich, sagt Frank. Und dass Hendricks seinen Duo-Partner (der gegenwärtig Jazzgesang an der Musikhochschule in Maastricht unterrichtet) sehr schätze. In Freiburg hat Frank inzwischen den Gitarristenkollegen John Stowell kennen gelernt Den holt er 1997 nach Köln zu einem Workshop, sie spielen zusammen und tun das fortan bei jeder sich bietenden Gelegenheit, auch und gerade coram publico. Und auch sonst ist reichlich zu tun, seit 1992 in der Gruppe Frank Haunschild & Friends, seit 1995 mit Gottschalk als "Art of the Duo" und mit Van der Geld und seit 2000 mit dem Frank Haunschild New Quartett. Und wenn er nicht mit einer der eigenen Gruppen auftritt, dann mit anderen Bands und Künstlern, darunter so illustre wie John Abercrombie, Keith Copeland, Larry Coryell, Sylvia Droste, Jon Eardley, Herb Geller, John Goldsby, Dusko Goykovich, Scott Henderson, Dieter Ilg, Sheila Jordan, Michael Küttner, Charlie Mariano, Tete Montoliu, Gunnar Plümer, Harvie Swartz, Jiggs Whigham, Leszek Zadlo oder Gary Willis. Zurzeit spielt Haunschild, dessen Faible für kleine, feine Formationen offenkundig ist, mit Philip Catherine, mit dem er erstmals im Januar 2001 gespielt hat, zum Jubiläum eines regionalen Jazzklubs. "Da ergab sich das. Wir haben zusammenspielt bis morgens um zwei. Philip wollte mit dann noch mit mir gleich am nächsten Morgen im Hotel weiterspielen, und das haben wir auch gemacht, aber leider nur bis 15 Uhr, weil das Zimmer gebraucht wurde." Ein paar Monate später fährt Frank zu Philip nach Brüssel, da spielen sie acht Stunden lang. Und am Pfingstsonntag 2002 treten die beiden in Koblenz in Konzertlänge auf und hängen noch einen Workshop dran. Und spielen dann vielleicht wieder im Hotelzimmer weiter. Jedenfalls hofft Frank auf gemeinsame Aufnahmen, wenn sie lange genug zusammen gespielt haben werden. "Ich will keine beliebige Platte machen", meint er mit großer Bestimmtheit. "Durchschnitt gibt’s genug. Das will ich nicht, und das gilt für alle meine Platten. Zumindest strebe ich das an." Alexander Schmitz |
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