Archtop-Germany     Tips: Amp-Erfahrungen

 

Folgender Kommentar zum Thema ereichte mich von Christian Lassen:

Lassen“ In den letzten 12 Jahren habe ich recht viele unterschiedliche Kombinationen ausprobiert und bin zu höchst unterschiedlichen Erkenntnissen gekommen. Je nach Spielsituation, Art der Gitarre (massive, große Archtop a la Super 400 oder kleinere, Sperrholz-Decke a la ES 175) , Größe des Raumes, oder der notwendigen Lautstärke waren die Ergebnisse einfach nicht miteinander vergleichbar. Es ist irgendwie immer ein Kompromiss :-)

Zur Zeit bin ich mit einem Acousticube der allerersten Serie (noch von Lakewood vertrieben) und einem MusicMan RD 110 (50 Watt Röhren-Endstufe, Trans.-Vorstufe, 10 Zoll Naylor Speaker ) unterwegs, die Beide in Verbindung mit meiner Borys Jazz special (dünne 3-Schicht Sperrholzdecke, 15 Zoll breiter Body , eingebauter Pickup) zufriedenstellende Ergebnisse liefern.

Ist mehr Bühnen-Lautstärke/Druck erforderlich, nehme ich meine ES 345 oder eine PRS Hollowbody II , die bzgl. Feedback keine Probleme bereiten. Bei kleinen, kammermusik-ähnlichen Auftritten nehme ich öfters meine Super 400 mit, die auch keine größeren Probleme mit Rückkopplung hat, nur eben sehr wertvoll und quasi unersetzlich ist....

Je nach Sound-Ideal gehen die Meinungen über Amps gewaltig auseinander: die Pat Martino-Fans probieren es mit super-dicken Saíten und zugedrehtem Ton-Poti, die Scofield-Jünger nehmen einen heißeren Röhrenamp mit Overdrive, die Jim Hall-Freund einen Polytone bei minimaler Lautstärke - und trotzdem liegt das Geheimnis letztlich nur in den Händen, den Ohren und dem Herz des Spielers ... Wenn es um objektive Kriterien geht, mit welchen ein Verstärker gemessen werde sollte, dann würde ich folgende Messlatte anlegen :

- erziehlbare Lautstärke ohne deutliche Verzerrung, Kompression dagegen angenehm
- geringste Nebengeräusche (vor allem bei Aufnahme-Situationen oft ein Problem)
- gutes Bass/Höhen-Verhältnis (+ effektive Klangregelung)
- Transport-Freundlichkeit (mein 50-Watt Hiwatt klingt super, ist aber viel zu schwer...)
- Preis-Leistungs-Verhältnis (AER finde ich eindeutig zu teuer, zumindest die neuen Geräte)

Ich könnte sicherlich noch weiter ausholen, was den Rahmen aber sicher auch sprengen würde.

Als dann, bis zum nächsten mal ! Viele Grüße aus Mannheim.”

Christian Lassen

 

Folgender Tip kam von Ali Claudi:

“Wer eine Röhrenamp spielt und mehr Wärme im Ton und eine frühere Sättigung seiner Endstufe erreichen möchte, sollte mal versuchen, die Endstufe von Pentode auf Triode umschalten zu lassen. Bernd Gillrath aus Meerbusch (02150/3314) ist ein versierter Röhrenspezialist, der dies für mich aüßerst zufriedenstellen gemacht hat“

Euer Ali
 

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