|
Archtop-Germany Tips: “Einstellungen...” |
||||
|
Dieses Thema ist nicht ganz ohne! Ich habe mir das, was ich darüber weiß von Ali Claudi haarklein zeigen lassen, oder früher an einer alten Sperrholz-Gitarre ausprobiert, bevor ich eine andere Gitarre behandelte. Es ist nicht leicht. Durch eine kleinste Unachtsamkeit hat man schnell den Lack verletzt. Manche Dinge hier kann man erklären, aber sie müssen besser gesehen und gefühlt werden, ansonsten wird es nicht richtig. Das geht schon bei der Einstellung des Halses mit der Einstellschraube los. Ich sage es ganz ehrlich: Alles, was über das gelegentliche Nachrichten des Halses mit der Einstellschraube hinausgeht, lasse ich vom Fachmann machen. Ali Claudi ist ein guter alter Freund und einer meiner Duo-Partner. Noch heute nimmt er jedesmal wenn wir uns treffen, meine Gitarre in die Hand und prüft, ob ich auch alles richtig eingestellt habe... Aus der Erfahrung kann ich zunächst die allerwichtigsten 3 Tips geben: Tip Nr. 1: Wenn ihr nicht haargenau wisst, was ihr tut, lasst es vom Fachmann machen. Tip Nr. 2: Wenn ihr es trotzdem nicht lassen könnt, probiert es an einer alten, kaputten Gitarre aus. Tip Nr. 3: Wenn ihr solche Arbeiten machen wollt, lasst sie euch vom Fachmann genau zeigen und probiert es zunächst unter Anleitung aus. Daher werde ich hier keinerlei Einstell- und Reparaturtips geben, die auch nur zu kleinsten Schäden führen könnten. Aber das, was ich selber öfter mache, werde ich gerne beschreiben: Reinigung der Gitarre Gelegentlich sollte man die Gitarre auch gänzlich mit einem der üblichen Gitarrenpolituren (nicht mit Möbelpolitur), die es von vielen verschiedenen Herstellern gibt, reinigen. Bei schwereren Verunreinigungen kommt die Lösung des Problems auch auf die Lackart der Gitarre an. Daher: Fachmann fragen. Mitschwingen der Saiten hinter dem Steg Saitenwechsel Ab und zu nehme ich jedoch beim Saitenwechsel alle Saiten ab, aber nur, um dann auch eine Griffbrettreinigung zu durchzuführen. Wenn man Saiten eines anderen Herstellers aufzieht, ist meistens trotzdem eine Nachjustierung der Oktavreinheit erforderlich. Wie das geht, siehe dort. Zieht man Saiten einer anderen Stärke auf, ist auf jeden Fall zusätzlich die Halskrümmung zu prüfen. Bei dünneren Saiten entsteht weniger Spannung, d.h. Die Kopfplatte wird sich leicht nach hinten neigen und in der Mitte des Halses entsteht ein “Bauch”. Bei stärkeren Saiten ist es umgekehrt, sie ziehen durch ihre höhere Spannung die Kopfplatte leicht nach vorne. Oft wird gefragt, wieviel Umdrehungen die Saite am Wirbel haben sollte: Meiner Ansicht nach 1,5 - 2. Das ist genug für die Stabilität und die Stimmung hält anfänglich besser als mit weiteren Umdrehungen. Die hohe E- und die H-Saite fädele ich dabei aber gegenläufig 2 mal ein und ziehe diese fest. Griffbrettreinigung Bevor ich das mache, unterlege ich zunächst den Saitenhalter mit einem Tuch, damit er nicht auf dem Lack der Gitarre zu liegen kommt. Wenn man das Griffbrett, je nach Beanspruchung des Instrumentes, regelmäßig reinigt, ist es kein großes Problem. Ich wische das Griffbrett mit Küchenpapier oder groben Tuch kräftig bundweise ab, bis kein Schmutz mehr am Papier hängen bleibt. Dann mit einem feinen Tuch eventuelle Papierstaubreste wegwischen. Problematisch ist es, wenn das Griffbrett lange nicht gereinigt wurde. Vor und hinter den Bundstäbchen häuft sich dann nämlich der Schmutz in Form eines hartnäckigen Schmieres aus Schweiß, Talg und Staub, dem man nahezu nur noch mit härteren Gegenständen zu Leibe rücken kann. Das sollte man am besten mit einem feuchten Wolllappen um dem Fingernagel erledigen. Das Griffbrett ist nicht lackiert, daher braucht das Holz nach der Reinigung Pflege. Man nimmt dazu die in Pflegesets dafür bestimmten Mittelchen. Ich selbst benutze gerne “Viol”, es ist in einem gut sortierten Fachhandel erhältlich. Ich habe auch schon gehört, das manche das Griffbrett mit Olivenöl pflegen. Ich selbst habe das noch nicht probiert und enthalte mich daher einer Wertung. Polieren der Bundstäbchen Oktavreinheit einstellen Wenn der Flageolett-Ton der Saite über dem 12. Bundstäbchen genau so hoch ist, wie der gegriffene Ton, dann ist diese Saite oktavrein und so sollte es auch sein! Sehr genau kann man dies mit dem Stimmgerät feststellen. Klingt die gegriffene Saite höher als der Flageolettton, muss der Auflagepunkt der Saite am Steg nach hinten, also zum Saitenhalter hin verschoben werden und umgekehrt. Das geht bei den Stegen, die getrennt verschiebbare Böckchen haben (Metallstege), mittels der Einstellschrauben recht mühelos. Bei Holzstegen ist es problematischer, da hier die Saiten nicht einzeln getrennt eingestellt werden können. Diese Holzstege haben aber bereits verschieden positionierte Auflagepunkte. Diese Auflagepunkte entsprechen der empirisch wahrscheinlichen Verteilung. Geändert werden kann hier nur durch Verschieben des Steges auf der Gitarre. Oftmals muss man dabei kleine Kompromisse eingehen, denn es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass alle sechs Saiten genau oktavrein sein werden. Sehr kleine Abweichungen sind nicht so schlimm, wenn sie aber zu groß werden, sollte man einen Fachmann aufsuchen, denn dieser hat die Möglichkeit auch einen Holzsteg zu “frisieren”. Pickups einstellen Pickups, die mittels eines Rahmens in die Decke montiert sind, können in Gänze näher an die Saiten gebracht werden, oder eben weiter davon weg. Je näher der PU an den Saiten ist, desto mehr elektrische Energie kann er erzeugen; d.h. der Ton wird lauter. Der Ton wird aber auch bass- und höhenbetonter; sogar schriller. Mit zunehmender Entfernung wird der Ton leiser und der Klang angenehmer und weicher. Zusätzlich sind bei vielen PUs die Polepieces verstellbar, um eine individuelle gleichmäßige Lautstärke der einzelnen Saiten zu gewährleisten. Hierzu muss man mit sehr gleichmäßigem Anschlag die Lautstärken der Saiten vergleichen und notfalls nachjustieren. Insgesamt sollte die Summe der heraus- und hineingedrehten Schräubchen Null ergeben. Bei Gitarren mit zwei PUs sollte der HalsPU tiefer liegen als der StegPU, da im Bereich des HalsPU die Amplitude der Saite höher ist. Hals einstellen Ein weiterer Test ist folgender: Drückt im ersten und im zwölften Bund gleichzeitig die tiefe E-Saite nieder. Jetzt sollte über dem 6. Bund maximal eine Postkarte unter der Saite Platz haben. Im 12. Bund sollte zwischen Saite und Bundstäbchen nun im Idealfall (wenn man flache Saitenlagen mag) eine Lücke con 1,2 bis 1,4 mm sein, ohne das die Saiten klirren. Die Abweichungen der Halskrümmung kann man in der Regel mit der Einstellschraube des Halses korrigieren. Bitte lasst euch das einmal vom Fachmann zeigen, bevor ihr es zum ersten Mal an einer teuren Gitarre versucht. Mein herzlicher Dank für das Lesen und Korrigieren dieser Seite geht abermals an Ali Claudi.
|
||||
|
News Hersteller Spieler Händler CDs Zubehör Reparatur Award Workshops Tips Forum Kleinanzeigen Konzerte Photos In Art Meeting Impressum |
||||