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Archtop-Germany Tips: “Kauf einer Archtop” |
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Dieses Thema wurde mehrfach an mich herangetragen. Da diese Webseite nicht nur für die Profis sein soll, sondern eben auch für diejenigen, die sich erstmals mit dem Thema auseinandersetzen, hier Ausführliches zu diesem Thema (hier kommt jetzt richtig viel Text!): |
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1. Grundsätzliches 1.2. Das Machbare 1.3. Die Art der Archtop 1.4. Informationsquellen 2. Zustand der Gitarre Bei einem Kauf von einem Gitarrenbauer ist dieser Zustand selbstverständlich und darf gar nicht anders sein. Aber schon beim Händler führen Anspielen und Transporte von neuen Instrumenten oftmals zu kleinen Beschädigungen, die einen Preisnachlass rechtfertigen. Bei gebrauchten Instrumenten sind Gebrauchsspuren und kleine Schäden normal und zeugen vom Einsatz des Instrumentes; d.h. sie sind Indiz für ein gespieltes Instrument (siehe “Einspielen”). Dies kann durchaus wünschenswert für den einen Käufer sein und abstoßend für den Anderen. Grundsätzlich sollte der Hals gerade, die Gitarre bundrein, die Elektrik funktionstüchtig, die Mechaniken gängig und die Optik nicht bruchreif sein. Die Gitarre sollte nicht scheppern, schnarren, zwirseln... Aber hier kommt, mehr als bei allen anderen Käufen, der “Wow-Effekt” ins Spiel. Das alles kann man, mit Ausnahme der Bundunreinheit, reparieren; und das oftmals mit einem Aufwand, der dem eines Kaufpreises einer neuen, absolut funktionstüchtigen Gitarre spottet. Voraussetzung ist allerdings die Inanspruchnahme eines absolut tauglichen Gitarrenbauers oder -reparators. Ob die Gitarre ihr Geld wert ist, ist auch eine sehr individuelle Entscheidung, wenn man sie spielen und nicht sammeln möchte. Letztlich ist es doch beispielsweise egal, ob der Boden nun massiv oder laminiert ist, wenn die Gitarre insgesamt meine Erwartungen erfüllt, mir gefällt, gut klingt und gut in der Hand liegt. Ganz verblüffend ist übrigends der Effekt, auf eine ins Visier genommene Gitarre, egal ob neu oder gebraucht, die Saiten aufzuziehen, die man am liebsten mag (bei einem Händler sollte man das kostenlos verlangen). Das kostet im Verhältnis zur Gitarre nicht viel, trägt aber im Zweifelsfall zu einer Entscheidung enorm bei. Da kann man nämlich zu einer relativ objektiven Entscheidung kommen. (siehe auch Tip: Saiten). Wenn ich daran denke, welche Saiten werkseitig bei manchen berühmten Modellen aufgezogen sind, kräuseln sich mir die Nackenhaare. Bei gebrauchten Gitarren ist es noch viel schlimmer. Aber Achtung: verschiedene Saitenstärken krümmen den Hals der Gitarre unterschiedlich; dies ist einstellbar und nicht von Übel. Ich kenne ebenso viele “Fans” einer neuen ungespielten Gitarre, wie umgekehrt. Beides hat seine Berechtigung: Die Einen bevorzugen den unbefleckten Zustand, dem sie ihren ganz persönlichen Stempel aufdrücken können und haben zudem ein optisch vollkommenes Instrument, die anderen mögen die Patina der Jahre und respektieren eher die Geschichte ihrer Gitarre. 5 3. Die verschiedenen Archtop-Typen |
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3.2. Korpusgröße: 16´´ oder 16 1/4´´ (40 oder 40,63 cm): berühmtes Beispiel: ES175. 17´´ (42,5 cm): berühmtes Beispiel: L5. Dieses Maß hat sich als gängigstes im Archtop-Bau durchgesetzt. In Verbindung mit einer Fichtendecke hat diese Gitarre ein wunderbar ausgewogenes Verhältnis von Höhen und Tiefen mit einer ausgeprägten Wärme der Mitten. 18´´ (45 cm): berühmtes Beispiel: S400. Die Größe der Gitarre schreckt viele Spieler ab. Wer sich trotzdem darauf einlässt, wird mit einem wunderschönen Ton aus stärkeren Bässen und noch feineren Höhen belohnt. Die mittleren Frequenzen fallen nicht so stark aus. Meiner ganz persönlichen Meinung nach erscheint mir eine 17´´ von vielen Gitarristen bevorzugt, die eher “Solisten” in einer beliebigen Besetzung sind. Die Wärme der Mitten bewirkt auch eine etwas bessere Durchsetzungskraft. Dagegen scheinen “Begleiter” oder die jenigen, die sich in Kleinstbesetzungen ohne Bass oder alleine auf die Bühne stellen, eher eine 18´´ zu bevorzugen, da das Klangbild nach unten und oben kräftiger ist. Das ist aber sehr verallgemeinert. Es gibt natürlich alle denkbaren Kombinationen. Der persönliche Geschmack ist letztlich allein entscheidend. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch ein Vergleichstest dreier Archtops von Stefan Sonntag in den Größen 16´´, 17´´, 18´´. 3.3. Mensur 62,8 oder 63 cm: berühmtes Beispiel: ES 175, aber auch eine Les Paul oder ES 335. 63,5 cm: berühmtes Beispiel: “Johnny Smith”. 65 cm: berühmtes Beispiel: L5, S400, aber auch eine Strat hat diese Mensur. Die Mensurlänge beinflusst den Ton. Eine längere Saite bewirkt mehr Obertöne, also mehr Brillianz und auch mehr Dynamik. Am wichtigsten ist die Mensurlänge aber für das Spielgefühl auf der Gitarre. Je länger die Mensur, desto größer sind die Abstände der Bundstäbchen auf der Gitarre im Verhältnis zueinander. Sehr vereinfacht: Kurze Mensur kann für einen Gitarristen mit kürzeren Fingern bequemer sein. Aber das ist Trainingssache. 3.4. Bebalkung der Decke Sehr übersichtlich ist das bei Stefan Sonntag in seiner Modellbenennung zu erkennen. Wenn ein Modell 17X heißt, ist alles klar. Oder? |
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3.6. Akustische Archtop oder elektrisch Eine akustische Archtop wird manchmal auch mit zusätzlicher Elektrik bereits vom Hersteller angeboten. Ein Pickup wird dann in der Regel “schwebend”, also ohne Berührungspunkt mit der Decke, am Ende des Halses oder am Schlagbrett befestigt. Meistens hat eine solche Archtop lediglich einen Volumenregler, der in der Regel auf dem unteren Teil des Schlagbrettes befestigt ist. Diese Gitarren neigen bei Bühneneinsatz ab bestimmten Lautstärken zu Rückkopplung (dünne Decke!); bei leisen Sets sind sie ein Hochgenuss an Brillianz und feinen Tonnuancen - eben auch elektrisch verstärkt. Alle akustischen Archtops kann man entsprechend auch nachrüsten. Das Angebot ist vielfältig (Tips: Pickups). Der Einbau sollte aber unbedingt von einem Fachmann ausgeführt werden (siehe Rubrik “Reparatur”). Die elektrische Archtop hat folgerichtiger Weise eine stärkere Decke, um den Einbau der Pickups in die Decke zu ermöglichen und Rückkopplungen zu vermeiden. Sie ist die meist eingesetzte Variante. Ihr akustischer Sound ist dünner und sehr viel leiser, aber elektrisch bringt sie Unglaubliches (zu hören auf allen amtlichen CDs von Charlie Christian bis Russel Malone und darüber hinaus). Da die Decke ohnehin schon Löcher hat, setzt man bei diesen Modellen auch die Volumen- und Tonregegler in die Decke ein. Nichtsdestotrotz hat die Holzauswahl den grundlegenden Einfluss auch auf den Klang des elektrischen Instrumentes. 5 4. Kauf vom Händler Einige bieten sogar die ganze Gibson- oder Heritage-Palette an. Auch gebrauchte oder gar Vintage-Gitarren findet man häufig. Der Kauf bei einem Händler hat mehrere Vorteile: - Man kann bei einem guten Händler mehrere Instrumente testen, bevor man sich entscheidet. Interessant ist auch das folgende Verkaufsbeispiel: Thomas Hempel bietet jedem Käufer einer Vintage-Gitarre an, sie zum Verkaufspreis zurückzunehmen, wenn man später eine teuere Gitarre möchte. So kann man sich langsam “nach oben” entwickeln und hat immer eine Top-Gitarre. Manche meinen, dass die Gitarren bei Händlern immer teuerer sind, als bei einem Kauf von Privat. Das stimmt nicht immer. Auch die Privatpreise sind manchmal jenseits von gut und böse. Zu den Risiken eines Privatkaufs siehe Punkt 5. 5 5. Kauf von Privat Der Käufer sollte mindestens in der Lage sein folgende Kriterien zu beurteilen: Wenn man das selbst nicht beurteilen kann, nimmt man am besten einen Menschen mit, der es kann. Ich selbst habe sehr oft Schüler, Freunde und Bekannte auf ganz schön langen Touren begleitet. Zumindest sollte man ein wenig Info-Material zur Hand haben. Schließlich weiß man ja vorher, welche Archtop man sich anschaut. Wichtig: Es gibt keine Gewährleistung wenn die Gitarre erst einmal bei euch steht. Ihr müsst euch also sicher sein bezüglich des Gegenwertes. 5 6. Kauf vom Gitarrenbauer Zunächst einmal sich informieren, welche Gitarrenbauer in Frage kommen. Das geht, bezogen auf Gitarrenbauer in Deutschland, eigentlich nur auf Archtop-Germany in der Rubrik “Hersteller”. Nur dort gibt es diese vollständige Auflistung. Luthiers im Ausland gibt es natürlich auch. Gerade in den Niederlanden tut sich neuerdings da einiges. Man schaut sich also genau die Modelle und Modellbeschreibungen an, liest Test- und Spielberichte (Sammlung ebenfalls hier) und trifft anhand der so gesammelten Informationen eine grobe Vorauswahl. Dann nimmt man Kontakt mit dem oder den in Frage kommenden Betrieben auf. Bereits diese Vorgespäche oder Emails werden weiteres Hilfreiches zu Tage fördern. Aber nichts geht über ein persönliches Gespräch mit dem Gitarrenbauer!! Hier werden die Details ganz individuell. Der Gitarrenbauer kann euch auch beraten, welche Dinge noch zu berücksichtigen sind. So wächst zunächst die Vorstellung der Gitarre und dann die Gitarre selbst. Joe Striebel hat beispielsweise, als er eine Gitarre für mich gebaut hat, ein anderes Holz für den Boden der Gitarre, als normalerweise üblich, genommen. Er wusste, dass dieses Holz besser zu meinem Stil passen würde. Schaut euch die Hölzer an und begleitet, wenn es möglich ist, den Bau der Gitarre, schaut sie euch in den verschiedenen Stadien an, dann wird das Instrument mit euch “verwachsen”. 5 7. Kauf in Auktionen Bei einer Internetauktion sieht die Sache anders aus. Hier ist das größte Kaufrisiko von allen. Folgende Tips sollen das Risiko vermindern: Ich möchte nicht verleugnen, dass in den meisten Fällen alles klappt, aber aufgrund der relativen Anonymität der Verkäufer ist ist hier die Versuchung am größten. 5 8. Kauf aus Sammlungen Zusätzlich ist aber sehr zu beachten: Diese Instrumente wurden gar nicht oder nur sehr wenig gespielt! Deshalb klingen sie oftmals auch gar nicht gut. Ich habe es selbst schon erlebt, dass eine schöne alte und extrem gut erhaltene Archtop, die eigentlich gut hätte klingen sollen, im Gitarrenkoffer jahrelang “gestorben” ist. Der Ton war total matt, die Ansprache entsetzlich. Ein Sammler wird ggf. für eine solche Gitarre sehr viel Geld ausgeben, ein Spieler sollte es nicht tun. Wenn doch, dann liegt ein jahrelanger und mühsamer Prozess des Einspielens vor ihm (siehe unter “Einspielen”). In diesen Fällen empfehle ich aber dringend eine Klangoptimierung (siehe unter “Klangoptimum”). 5 9. Flohmärkte und solches So genug geträumt. Ich selbst habe noch nie eine auch nur annähernd brauchbare Gitarre auf einem Flohmarkt oder “Antik”-Markt gefunden. Wenn ich zufällig eine Gitarre dort sehe, ist sie meistens auf 10 Meter Entfernung bereits keinen Schritt näher mehr Wert. Aber es gibt sie doch, diese seltenen Möglichkeiten... 5 10. Überarbeitung, Reparatur, Einstellungen. Das hier ist nicht der Platz, zu erklären, wie das geht. Wenn ihr es nicht wisst, lasst es jemanden machen, der es weiß. Man lernt es auch nicht durch eine Beschreibung im Internet. Lasst es euch ausführlich zeigen. Am besten ist der Weg zu einem entsprechenden Fachmann.Grundlegendes findet ihr unter Tips: Einstellungen, Reparaturen... Fazit: Reparaturen und größere Einstellungen nur vom Gitarrenbauer oder sonstigem Fachmann durchführen lassen. Eine Auswahl findet ihr unter “Reparatur”. 5 11. Einspielen 12. Klangoptimierung
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