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MichaelHuber12 Minor Turnarounds von Michael Huber

Zeit für einen neuen Workshop?! Diesmal geht es um den Turnaround, also die I – VI – II – V Verbindung, allerdings nicht in Dur (wie bsw. bei Rhythm Changes) sondern in Moll. Die offensichtlichste Anwendung findet sich in den letzten 2 Takten eines Mollblues, aber auch in unzähligen Standards kommt eine solche Verbindung vor. Die Beispiele stehen alle in C-moll, die Harmonien sind also:

Cm  -  Am7b5  -  Dm7b5  -  G7(alt)
 I   -    VI    -    II    -   V

Zunächst einmal die möglichen Skalen in der Übersicht auf Seite 1

MinorTurnaroundScales

Dorisch und Lokrisch dürften bekannt sein, Harmonisch und Melodisch Moll, sowie deren Ableitungen und HTGT, bzw. GTHT bieten in vielen Fällen spannungsvollere Intervalle. Aber Tonleitern allein wirken oft zu vorhersehbar, ähnlich einer Etüde. Durch Arpeggios, chromatische Durchgänge und andere Intervallstrukturen lässt sich eine Menge neues melodisches Material generieren.

Die Turnarounds im Einzelnen:

1. Über Cm und Am7b5 Arpeggios, verbunden durch chromatische  Durchgangstöne, bei Dm7b5 eine Tonleiterpassage, gefolgt von einem weiteren Arpeggio.

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2. Nach einem chromatischen Einstieg über Cm weiter mit Arpeggios; diese müssen nicht immer Grundton, Terz und Quinte des zugrunde liegenden Akkords sein (siehe C-moll über Dm7b5).

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3. Ähnlich einem Arpeggio lässt sich die 1-2-3-5 Struktur der Tonleiter nutzen. Bekannt durch Coltrane (Giant Steps) gibt es ganze Abhandlungen über deren Einsatz (sehr empfehlenswert: Melodic Structures von Jerry Bergonzi), das funktioniert in Moll ebenso wie in Dur.

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4. Größere und kleine Intervalle in stetem Wechsel. Durch das vorgezogen Ab über Am7b5 entsteht eine kurze Dissonanz, die aber sofort wieder aufgelöst wird. Solche gezielt eingesetzten „falschen“ Töne verleihen zusätzlich Spannung.

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5. Tonleitern mal ganz anders. Über Cm und Am7b5 C-Dorisch beginnend bei:

G b6h Eb b2i D 6i F 2i Eb 6h C b3i A 6i   dann Harmonisch Moll

C b6h Ab b2i G 2i F 6h D b3i B

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6. Im Prinzip Tonleitern bis zum G7, mit chromatischem Durchgang gefolgt von einem übermäßigen Arpeggio.

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7. Die melodische Phrase am Beginn hört man öfter bei Latinspielarten über m7:

G C G B G Bb Danach wieder Arpeggio und Tonleiter. Die größeren Sprünge bei den Intervallen (b5 beim Arpeggio, b6 in der Tonleiter) brechen die immer gleiche Struktur von sich wiederholenden Terzen und Sekunden.

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8. Wieder Tonleiter mit großen Intervallschritten, diesmal C Melodisch Moll.

Das F# über Am7b5 (6) verleiht dem darauf folgenden Dm7b5 Dominantcharakter, im Sinne von D7 b9 #9.

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9. Alles Arpeggios, Gm7 über Cm7, dann Am7b5 und Eb dim (D7b9!) über Dm7b5.

Auch bei den Arpeggios sorgen große Intervallschritte dafür, das Vorherseh(hör)bare zu vermeiden.

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10. Chromatik und verminderte Arpeggios. Solche Phrasen hört man öfter bei Mike Stern und der hat sie sich bei Pat Martino abgehört.

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11. Wieder Arpeggios nach einem chromatischen Einstieg. Alle absteigend:

D Bb G Eb – C A F# Eb – Ab F D C – B. Nach 13 Noten sind bis auf C# und E schon alle Halbtöne versammelt.

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12. Eine einfache Phrase zum Abschluss. Die Sexten dominieren den Klangeindruck.

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Ich hoffe, es waren ein paar neue Ideen für euch dabei. Wer aus dem Material noch mehr Anregungen gewinnen will, dem empfehle ich als Postscript noch den kleinen Ausflug über Variation.

Viel Spaß, und offene Ohren

Micha                        Michael Huber My Space

 
Variation

 

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