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Archtop-Germany Workshops |
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Phrasen für den Ernstfall – oder, wie spiele ich unter erschwerten Bedingungen noch auf einem akzeptablem Niveau. Um zu definieren was unter „ erschwerte Bedingen“ zu verstehen ist, machen wir uns mal auf die Suche. Es ist, wie ich meine, ein komplexes Thema, das man ruhig mal ansprechen kann. Wir kennen das: Ein paar Gigs stehen an und es ist wieder an der Zeit sich darauf vorzubereiten. Themen werden geübt, schwierige Solopassagen, funktionsharmonische oder modale Strukturen kommen ebenfalls unter die Lupe und idealerweise liegt für jedes Stück ein Playback vor. Wir üben und es läuft ja prima. Die Gigs können kommen… Ist dann das letzte Stück gespielt, stellt man dann wieder fest ( was aber nicht sein muss), dass man wieder nicht das gespielt hat, was man wollte. Dann, am frühen Morgen wieder in seiner Bude und bereitet den Gig nach, fallen einem dann die ganzen geilen Licks wieder ein die eigentlich auf dem Plan standen… Was ist passiert…? Nun, es sind viele Faktoren, die einen dann „anders“ spielen lassen. Wir haben es mit einer anderen Spiel,- und vor allen Dingen HÖRSITUATION zu tun, werden also von unserer Umgebung beeinflusst. Dann können sein:
Die persönliche Verfassung:
Das sind nur einige Faktoren, die einen anders klingen lassen werden, aber was kann ich gegen diesen (meistens) unerwünschten Effekt tun? Erstmal kümmere ich mich meinen Sound. Das kann ich zu einem gewissen Grad zu Hause erledigen, in dem ich mal mein Set aufbaue und laut zu meinen Playbacks spiele (zur Not den Nachbarn ne Kinokarte kaufen oder mit alkohl. Getränken versorgen). Wir Archtop-Player können ja prima unverstärkt üben, den Sound aber über einen Amp geschickt, ändert das Ansprechverhalten der Gitarre radikal… (was natürlich auch Kreativität freisetzen kann ). Aber der Sound ist nicht alles. Auch wir können unser Tonmaterial zum Gestalten unserer Soli so vorbereiten, dass wir an einem „schwierigem“ Tag noch gut dastehen, oder dem plötzlich wie entfesselt solierendem Saxofonisten Paroli bieten können (…was oft ganz schön schwer ist): Ich schaffe mir „Notfallphrasen“ drauf. Motive die gut klingen, die ich in allen Tonarten spielen kann und die ich auswendig gelernt habe. Zugegeben: musikalisch ist das nicht, aber wir reden ja über Gigs unter erschwerten Bedingungen. So habe ich zumindest die Chanche, ein gewisses Niveau nicht zu unterschreiten. Warum nicht mal mit gezinkten Karten spielen… Meine 9 Beispiele sollen andeuten, wie ein solches Material aussehen könnte. Sie passen gut in modale Strukturen und man kann auch mal ein „Swing Feel“. versuchen. Gerade beim modalen Improvisieren brauchen wir Ideen , Ideen und noch mal Ideen. Wir kommen also gar nicht umhin, uns einen Teil unseres Tonmaterials durch Transkriptionen zu „besorgen“. Die zweitaktigen Phrasen (#1,#3,#4,#5,#6,#7,#9) könnten z.B. als Überleitungsfunktion zwischen 2 Ideenblöcken dienen. Noch was: Wiederholen von Licks während eines Solos sind kein Zeichen von Ideenarmut, sondern ein Stilmittel. Hört Euch mal „Joyous Lake“ von Pat Martino an. Studien haben bewiesen, das Mike Stern während eines Konzertes sein (Solo) Repertoire 3x wiederholt. Idealerweise ist ein Gig immer mitzuschneiden, um dann mal mit etwas Abstand reinzuhören Auffällig oft auch hier: Man spielt Phrasen, die man vorher noch nie gespielt oder vorbereitet hat. Schwierige Verhältnisse setzen also ganz oft auch neue Kreativität frei. Trotzdem: Den größten Anteil zum Gelingen der solistischen Darbietungen tragen die begeleitendem Mitmusiker .Ein gutes Solo ist nur dann ein solches, wenn man es auch zulässt. Viel Spaß mit den Notenbeispielen. Ansgar Specht |
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