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Jonathan Kreisberg: Der Versuch einer Annäherung.
von Ansgar Specht

AnsgarSpecht_neuEiner der interessantesten und z.Z. angesagtesten Emporkömmlinge unter dem schier endlosen Fundus der New Yorker Jazzszene, ist sicher ist der Gitarrist Jonathan Kreisberg.

Ein moderner Player was sein Konzept und das Equipment betrifft. Also stereogeampt und ordentlich Tretminen vor den Tretern. „ Wer nicht spielen kann, braucht Effektgeräte….“. so der (scherzhafte) Kommentar meines Kollegen Oliver K. aus O. Richtig Olli, in meinem Fall stimmt das, aber dieser Saitenquäler hat’ drauf..

Zur Gitarre: Eine ES 175 aus den 70ern. Viele werden nun wieder die Nase rümpfen (Sperrholz…würg), aber was da „Live“ und „Studiomäßig“ aus den Amps ertönt, ist allererste Sahne…(ein gutes Teil stellt so manche massive Archtop in den Schatten. A.d.V.)

Und er klingt nicht so dumpf (klanglich natürlich) wie der unfassbare Adam Rogers. Kreisberg’s Spiel ist ungemein flüssig und fragt sich manchmal wo er das alles „wegholt“.

Klar, er hat sich die ganzen wichtigen Leute wie Pat Martino etc. wirklich reinzogen und die Konzepte weiterentwickelt, experimentiert mit in/out Ideen und Dur Dreiklängen die er Ganztonmäßig verschiebt. Weiterhin bedient er sich gerne der Melodic Minor Scale und deren Modes. Das ist aber längst nicht alles. Habe mal ein paar Ideen für Euch rausgeschrieben.

Interessant: Gary Versace, Kreisberg’s Partner an der Hammond, hat in seinen Soli oft ähnliche, gitarristische Ideen.

Wichtig ist, ganz langsam zu üben, langsam zu steigern um dann irgendwann bei „Up“ zu enden. Dann kracht,s erst richtig….Allen Linien liegt der Grundakkord D7 zugrunde. Das sollte auch über A moll, Dsus, Cmaj7#11, Ab7 und dessen Alterationen funktionieren.

Kreisberg1

Line startet im 5. Bund. Unbedingt die Bindebögen beachten. Die „A“, „H“ und “Db“

Triads in Takt 3+4 sind für die rechte Hand recht anspruchsvoll. In Takt 3 ist ein „D“ notiert.

Es muss aber ein „Db“ sein. Sorry. Takt 1 lässt sich, um einen wirksamen „out“ Effekt zu erzielen, gut um einen Halbton nach oben verschieben.

Kreisberg2

1-taktiges Motiv, welches auf Tempo gebracht, sehr boppig klingt

Kreisberg3

Hier steuert Kreisberg gezielt die #5 von D7 an. Es lohnt, sich mit diesem Motiv länger zu beschäftigen. Auch gut als techn. Etüde. Und mal ne Quinte aufwärts probieren.

Kreisberg4

Kreisberg a la Pat Martino. Auch hier wieder in der „A moll“ Lage starten

Kreisberg5

Gitarristik auf der Hammond. Ein Beispiel von Organist Gary Versace. Passt gut über Bb-moll/ Eb7/#11. Megaschnell….

Dieses Mal sind es nicht so viele Beispiele geworden. Die hier notierten haben es aber in sich, da sie erst bei „Up“ Tempi richtig zur Wirkung kommen. Aber erst mal langsam zu Playback üben. Ein Playback, welches sich dem Tempo anpasst macht Sinn.( REX/ ACID Files für die Drums benutzen)

Vielleicht hat der/die ein oder andere mal die Muße, selbst mal was rauszuhören. Ich kann es nicht oft genug sagen: 8 Takt, selbst rausgehört bringen einen Lichtjahre weiter als die berüchtigten „ 100 YX Jazzguitar Solos“Bücher. Fällt mir gerade ein: Muss ja noch die Papiertonne rausbringen. Könnt ja mal raten, was da drinne ist………

Beste Grüße und viel Spaß.

Ansgar

www.ansgarspecht.de

www.myspace.com/ansgarspechtgroup

 

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