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Manfred JunkerManfred Junker “Voicings aus der pentatonischen Skala”

Ist es nicht interessant?:

Die meisten Gitarristen verwenden die Dur-/bzw. Mollpentatonik in den verschiedensten Stilrichtungen (meist beim Blues beginnend) zu 100% horizontal, d.h. als Ausgangspunkt für Melodien und Licks im Solo, ohne sich je darüber bewusst zu werden, dass diese Tonleiter auch vertikal, also akkordisch genutzt werden kann.

Da den einen oder anderen Ansatzpunkt zu geben ist Ziel dieses Workshops.

Die hier zugrunde liegende Pentatonik soll die gebräuchlichste sein, die Dur- bzw. Mollpentatonik (andere sind natürlich auch möglich und lohnenswert!)

Im Bsp.1 ist zunächst die A Moll- und dann die C Dur-Pentatonik aufgeführt; beide bestehen aus denselben Noten (logisch, denn A Moll und C Dur sind ja Dur/Moll-Parallelen).

Beispiel 1

Aber wie daraus Akkorde erhalten?

Genau wie bei „herkömmlichen“ Tonleitern mit sieben Tönen können auch bei der pentatonischen Tonleiter zwei oder drei Töne übereinandergeschichtet und dann parallel weitergeführt werden zum jeweils nächsten Ton, wie Bsp. 2 anhand einiger Möglichkeiten zeigt (die höchste Note liegt jeweils auf der 1. Saite, angefangen mit der dann tiefsten Möglichkeit – natürlich sind diese Voicings auch auf anderen Saitenkombinationen möglich!).

Beispiel 2

Neben der offensichtlichen Verwendung über A Moll bzw. C Dur, am besten in modalen Situationen (= längere Zeit ein Akkord), ergeben sich viele weitere Einsatzmöglichkeiten, wenn diese Tonleitern „über andere Akkorde gelegt“ werden (wie dies fortgeschrittene Spieler ja auch in der horizontalen Anwendung tun).

A Moll- bzw. C Dur-Pentatonik können gespielt werden über:

C, C Maj7, C6, Dm7, D7sus4, Fmaj7, G7sus4, Gm7, Am7, BbMaj7#11, Gb7alt.

(Bemerkung: Es lohnt sich, über Akkordtöne/Tensions im jeweiligen Fall nachzudenken!)

Um dies mit dem Ohr nachvollziehen zu können, hilft es, die Voicings über Pedaltöne (E- und A-Saite umstimmen oder Playalong benutzen) zu spielen.

Ich habe ziemlich lange gebraucht, um dies alles, ähm, einen Teil davon anwenden zu können, habe aber sehr davon profitiert, weil ich (wieder einmal) gemerkt habe, dass Singlenote-Spiel und Harmonien eben dasselbe sind!

Auf dieses Konzept bin ich während meines Studiums bei Jim Kelly am Berklee College gestoßen; Teile davon in Funktionsharmonik anwenden zu können (1625...) hat mich danach ebenfalls beschäftigt und kann evtl. einmal eine Fortsetzung dieses Workshops sein.

Manfred Junker

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