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- Reußenzehn “EL-34 Powerstation”

- Reußenzehn “Black Face” Preamp

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reussenzehn_powestationReußenzehn EL-34 Powerstation

“Röhrenpower von Jazz über Blues, Rock und Funk”
von Andreas Polte

Thomas Reußenzehn’s Ruf als international anerkannter Röhrenspezialist ist legendär; so auch die Qualität seiner Produkte von Amps über Hallgeräte, Hifi-Anlagen uvm.... Speziell auch für Jazzguitar-Player ist nach seinem “Blake Face”-Preamp seine neue Endstufe EL-34-Powerstation, die mit dem “Black-Face” ein sehr harmonisches Duo bildet, ein sehr interessantes Gerät.

Ich möchte bezüglich der technischen Details von vornherein auf die Homepage von Thomas Reußenzehn verweisen, das ist nicht mein Thema, vielmehr möchte ich mich hier auf den persönlichen (Klang)-Eindruck konzentrieren, den das Gerät bei mir hinterlassen hat.

Vorab aber etwas über den Sinn dieser handlichen und optisch gelungenen Endstufe: Die El 34 Powerstation ist eine Röhrenendstufe, die hinter verschiedenste Vorstufen geschaltet werden kann, z.B. (passenderweise) den “Black-Face” aus gleichem Hause, über jeden erdenklichen Preamp von Pods oder Multiboards. Dort liefert das Gerät sehr Beachtliches und man hört, dass die Endstufe bereits ohne anlaufende Werbung für gehörigen Aufruhr sorgt... Über diese multiplen Anwendungsmöglichkeiten soll jedoch auch wiederum auf die entsprechende Fachpresse (z.B. Gitarre & Bass) verwiesen werden.

Hier und heute interessiert erst einmal, ob das Ding jazzen kann :-) Und um es voraus zu nehmen: das Gerät stielt so manchem hoch gelobten teurem “Boutique”-Teil die Show, darf es auch, denn schließlich ist es a selbst auch eines...

Was mir an Thomas Geräten immer wieder gefällt ist Dreierlei: Die ansprechende Optik (subjektiv), die allerhöchste Qualität (gar nicht subjektiv) und der vielseitige Sound. Ach, und natürlich die wenigen Bedienungselemente :-) Braucht man bei so manchen Hi-End-Amps fast schon eine Piloten-Lizenz, so besticht die Bedienung des EL-34 durch übersichtliche Einfachkeit:

Vorne: Präsenz und Volumen und ein Schalter,der den Amp zu 50% leistungsreduziert (Der Hammer...)

Hinten: On/Off und die Buchsen für die Boxen und der Line in....

Das Gerät ist ein typischer Fall von “Einschalten und klingt”... In der normalen Stellung des Schalters auf der Vorderseite (also auf volle Pulle) liefert der Amp eine sehr große Dynamik und übertragt alles gnadenlos ehrlich. Die Lautstärke ist notfalls mit seinen 30 Watt Röhrenpower sehr beachtlich und lässt sogar das laute Orgeltrio locker möglich werden (ohne sich einen Bruch heben zu müssen). In der leistungsreduzierten Schalterstellung geht aber für uns Jazzer nochmal die Sonne auf: Leicht komprimiert ohne zu zerren schmatzt da ein Grund-Sound herüber, den man auf so vielen amtlichen Scheiben kennt... wenn man in die Oktaven oder Blockakkorde geht, wird eine richtig warm ums Herz. Sauber!

Das Gerät verfügt über eine sehr beachtliche Portion von Höhen und Durchsetzbarkeit, die ich stark unterdrückt habe um die ebenfalls vorhandene Wärme stärker hervorzu kitzeln; ein sehr guter Effekt war auch, das Volumenpoti meiner S400 einen Tick zurück zudrehen; dann wird’s noch amtlicher.

Da das Gerät locker in der Lage ist, alles, was davor geschaltet wird, äquivalent weiter zu übertragen, lässt natürlich auch die Range des gesamten Jazz-Spiels nahezu alles zu. Lediglich ein einzeln oder im Gitarrenduo spielender Archtopper mit einer Vollakustischen kann zu dem Ergebnis kommen, dass der Amp ihm zuviel Punch liefert. Aber das ist eben glücklicherweise auch Geschmacksache. Auch sollte man nicht außer acht lassen, dass die Verwendung verschiedener Röhren unterschiedliche Sounds liefert; das geht hier sehr unproblematisch ohne komplizierte Anpassungen! Eine EL-34 klingt eben weicher als eine 6L6, geht aber dafür früher ins Klipping.

Freunde des Transistoramps werden über die geballte Röhrenamp-Power vielleicht ein wenig erschreckt, Fans von alten Röhrenamps werden über das Verhätnis von Punch/Sound/Gewicht/Preis mehr als nur erstaunt sein und diejenigen, die gern mal Beides spielen, werden dieses Gerät wahrscheinlich lieben.

Meine ganz persönliche Vorliebe ist die Verbindung mit einem hauseigenen “Black Face”-Preamp.

Viel Spaß beim Test!
Andreas Polte

 

reussenzehn_black_faceReußenzehn “Black Face” Preamp ( mit und ohne Reverb erhältlich)

“California Dreaming”
von Andreas Polte

“Ein handlicher kleiner Vollröhren-Preamp in klassischer Klangregelungs-Schaltung, der den Sound der legendären Röhrenamps aus Santa Ana / Californien im Hosentaschenformat bietet”, so titelt die Beschreibung des “Black Face” in Thomas Reußenzehns eigener Homepage. Normalerweise würde man eine solche Versprechung müde belächeln, aber wenn Röhrensoundtüftler Reußenzehn das schreibt, sollte man es erst einmal glauben. Reußenzehn hat sich sowohl im HiFi- als auch im Musikerbereich einen exzellenten Namen gemacht, wenn es um moderne Realisierung von Röhrentechnik geht.

Und nun soll das, was viele Archtop-Spieler suchen, nämlich der klassische alte Fender Röhrensound, ohne Bandscheibenprobleme und Ärger mit Kreditanstalten, greifbar nahe sein? Weiter in Reußenzehn´s eigener Beschreibung:

“Überall wo ein klassisch guter Clean Sound in Original Röhren Manier gebraucht wird, kann der Black Face eingesetzt werden. Ob als Erweiterung großer Gitarrenanlagen, bei Studioarbeit direkt ins Pult oder auch vor Verstärkern, die nicht so gut clean klingen, ist der neue Black Face ein unentbehrlicher Helfer. Der klassisch gute Clean-Röhrensound steht nunmehr immer und überall zur Verfügung.”

Klingt gut. Telefonisch war zu erfahren, das Reußenzehn in diesem Gerät die Vorstufe und Klangregelung eines alten Twin realisiert hat. Das handliche Gerät ist Reußenzehn-typisch robust und für den harten Musikeralltag ausgelegt. Es finden sich die die Regler, die auch im ersten Kanal des Twin zu finden sind (Volume, Trebble, Middle, Bass) sowie ein Master-Volume Regler an der Rückseite des Gehäuses, wo auch die Input- / Outputbuchsen untergebracht sind.

Mein spezielles Anliegen an dieses Gerät ist natürlich die Nähe zum warmen und durchsetzungsfähigen Jazzgitarrensound, den man auf so vielen klassischen Alben bekannter Größen genießen kann. Also rann an den Test. Testaufbau ist: Super 400, die beiden “klassischen” Amps für diejenigen Jazzgitarristen, die keinen Fender spielen: ein Polytone Minibrut, ein AER Acousticube II sowie Vovox-Kabel. Klangreglereinstellung an allen Geräten zunächst Mittelstellung.

Vor den Polytone geschaltet, dessen Klang ich im Verhältnis zum AER immer als “müde” empfinde, wertet der “Black Face” das Signal deutlich auf. Mehr Druck und Wärme, differenzierter klingt alles. Vor allem im Singlenote und Blockakkord-Spiel ist eine ganz andere Dynamik spürbar, die ich nie und nimmer aus dem Polytone zu hören gewagt hätte. Das klingt schon deutlich nach... jawohl nach einem guten Röhrenamp. Verblüffend. Wenn man die Klangregelung des “Black Face” bemüht, kann man das noch gezielt nach eigenem Geschmack in die richtige Richtung bringen: Strahlende Höhen, summende Mitten... alles “röhrig”. Kitzelt man die Vorstufenröhre bis zum Anschlag (Vorsicht: Master erst mal zurückdrehen), dann kommen tatsächlich auch die dezent schmatzenden Anzerrungen, die wir als Jazzer nicht so gerne haben wollen, die aber sehr harmonisch klingen, wenn man zum Beispiel einen Blues spielt. Passt man nun die Klangregelungen von “Black Face” und Polytone aneinander an, kommen sehr, sehr gute Röhrensounds.

Ich will damit nicht sagen, dass deshalb der alte Polytone-Sound schlecht ist, er ist etwas legendär Eigenständiges und sehr Gutes, siehe Benson oder Pass. Er hat seine Liebhaber und auch ich mag den guten alten Minibrute oft gerne hören. Der “Black Face” macht einfach einen ganz anderen “Verstärker” daraus. Es ist meiner Meinung nach nicht notwendig, sich einen zweiten Röhrenverstärker zu kaufen, wenn man zwischen diesen beiden Sounds gerne je nach Anwendung wechseln möchte.

Vor den AER geschaltet, ist das im Prinzip genau so, nur klingt durch den ausgesprochen guten Grundsound des AER alles noch dynamischer und durchsichtiger. Die angenehmen Höhen des AER bekommen ein feines “Röhrenkitzeln” und alles klingt tierisch nach “Röhre”. Das Zusammenspiel dieser beiden Hi-End-Geräte ist einfach unglaublich. Hier kann man sich nun wirklich mit nur “einem” Verstärker in zwei Welten bewegen: Im kleinen akustischen Set die feinen AER-Sounds genießen oder mit Orgel und Drums den röhrigen “California-Sound” fahren, ohne auf den hochwertigen Grundsound des AER zu verzichten.

Viele Archtop-Spieler haben eh´ mehrere Amps, die sie nach Bedarf unterschiedlich einsetzen, meistens die Kombination AER-Fender (Autschbach, Eckert...) oder Polytone-Fender (Brendgens-Mönkemeyer, Junker, Plate...). Wer nicht das Geld oder den Platz für den Fender hat, ist auf jeden Fall mit dem “Black Face” sehr gut beraten. Aber er hat gegenüber einem großen Fender-Amp außer Preis und Gewicht weitere Vorteile: Keine Probleme mit Wartung, Trafo, Röhren...Natürlich muss auch beim “Black Face” einmal eine neue Röhre rein. Es ist halt ein Verschleißteil. Hochwertige verlesene Röhren zu günstigen Preisen bietet Thomas Reußenzehn daher logischerweise ebenfalls an.

Zu guter letzt noch der Studio-Test mit folgendem Equipment: Die Super 400, Vovox Kabel, Korg D 1200 Mk2 und Studiomonitore Yamaha NS10 (die bringen Alles gnadenlos an den Tag). Hier zeigt sich der eigenständige Sound des “Black Face” noch am deutlichsten, weil keine “Verfälschung” durch einen anderen Amp erfolgt. Ebenfalls ein hervorragendes Ergebnis für den “Black Face”: Das Signal wirkt erheblich lebendiger, frischer, angenehm höhenreicher und wärmer als normal. Und das, wenn man bedenkt, das meine S400 einen sehr guten Sound beim Recording hat! Die dezente Röhrenkompression ist hier noch am stärksten aufgefallen. Also ein echter Recording-Tip!

Auch der Hall ist sozusagen amtlich. Es ist schon ein Wunder, das Thomas Reußenzehn es geschafft hat, in diesen Größendimensionen auch das noch unterzubringen. Der Hall ist in der gleichen Qualität wie beim Archtop-Tube.

Ob der “Black Face” in Konkurrenz zu einem “Blackface” von Fender mithält, kann ich nicht beurteilen, da ich ein solches Gerät aus den bekannten Gründen nicht besitze. Allerdings habe ich noch nicht von vielen Röhrenverstärkern einen solch schönen Röhrensound gehört, wie ihn der “Black Face” zu produzieren vermag. Das Gerät ist auf jeden Fall eine echte Bereicherung. Auf Einladung von Thomas Reußenzehn werde ich demnächst vor Ort auch andere Verstärker bei ihm testen. Ihr werdet es erfahren... ;-)

Ach, ja, der Preis: 199,00 Euro...

Wer sich für den Einsatz des “Black Face” in anderen Stilistiken interessiert, dem sei ein Testbericht aus Gitarre&Bass 02.05 empfohlen; zu lesen auf der Homepage von Reußenzehn.”
Andreas Polte

Ergänzungen / Teste von
Joachim Schoenecker
Bernd Weber
Oliver Kuiper

 

JoachimSchoeneckerTestbericht von Joachim Schoenecker:

Ich hatte letzte Woche die Gelegenheit, den Blackface, den mir Andreas Polte freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte, im Live-Einsatz zu testen. Ich habe zwei verschiedene Setups versucht:
Einmal in Kombination mit Polytone und Benedetto “Manhattan”, bei einem leisen Duo-Gig und einmal mit Fender Vibrolux und Ibanez GB10, bei einem Quartett-Gig mit höherer Lautstärke.

Mit Polytone und Benedetto hat der Sound in einem Maße an Wärme und Differenziertheit gewonnen, die ich so bei geringer Lautstärke vorher nicht hinbekommen habe. Das Klangspektrum hat sich erheblich ausgedehnt und der Ton ist wesentlich lebendiger geworden. Mit GB 10 und Vibrolux habe ich außer einem klaren Gewinn an cleaner Lautstärke auch eine deutliche Zunahme an Präsenz und Differenziertheit des Klanges erfahren.

In beiden Fällen hat mich der Blackface voll überzeugt, die Klangverbesserung ist wirklich erstaunlich. Wegen der kompakten Größe kann man das Gerät überall hin mitnehmen und auch von Veranstaltern gestellte Amps veredeln, die einem sonst nicht so viel Freude bereiten würden. Angesichts des Preises gab es für mich dann auch keinen Grund zu zögern: Ich habe mir jedenfalls gleich einen bestellt.

Beste Grüße,
Joachim Schoenecker

 

Folgende Mail von Bernd Weber erreichte mich zun Thema “Blackface”:

“Habe mir auf Deinen Testbericht hin den Black Face von Reußenzehn besorgt. Ich bin absolut begeistert. Das Teil ist für mich der "Holy Grail" !!! Und das Beste: Es funktioniert nicht nur mit der Archtop; mit meiner Strat und Tele klingt´s nach Hank Marvin und Albert Lee. Mit dem Ding kann man jeden cleanen Sound produzieren. So gut hat mein Acousticube II mit E-Gitarren noch nie geklungen. Die Kombination ist unschlagbar. Ich bin ehrlich selten so begeistert von einem neuen Teil gewesen. DEIN TIPP WAR GOLD WERT !!!! Am Sonntag spiele ich mit dem Gitarren-Ensemble der Jazz-Akademie. Bin mal gespannt, was die Herren Kollegen meinen. Wie ich einige kenne, greifen sie gleich am Montag zum Telefon ;-))
Nochmal DANKE und herzliche Grüße”
Bernd

 

Anmerkung von Oliver Kuiper:

Ich habe mir auf Grund der ganzen positiven Berichte in Archtop-Germany den Black Face von Reußenzehn gekauft. In Kombintion mit dem AER AC3 bin ich ganz begeistert. Alle Berichtenden hatten recht bezüglich des röhrigen Sounds. Was ich persönlich noch ganz nett finde: Es klingt schön röhrig, aber auf die nette Effektsektion des ACIII brauche ich nicht zu verzichten.
Live hat es mich richtig beeindruckt. Der AER klingt ja schon sehr gut, aber wenns laut wird oftmals nicht durchsetzungsfähig genug. Mit dem Black Face ändert sich das dramatisch. Der BF macht so viel Dampf und gibt dem "schönen" AER Ton noch genau die Präsenz, Sättigung und die Wärme die man braucht wenns mal wieder lauter wird. Ein fantastisches Gerät.
Oliver Kuiper

 

Homepage von Reußenzehn

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